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Streitereien mit dem örtlichen Jagdverband befördern das Problem

Bären-Sichtungen in Städten auf Hokkaido nehmen massiv zu

Hokkaido, die nördlichste Präfektur Japan hat viele Dinge zu bieten, die die Besucher dorthin locken. Neben weiten Flächen und schneebedeckten Bergen, erwartet ein großes kulturelles Erbe die Besucher. Allerdings sorgen auch immer wieder Bären für Ärger.

Bären sind eines der Symbole für Hokkaido. Das bedeutet aber nicht, dass die Bewohner die Tiere in ihren Häusern oder Geschäften haben wollen. In der Stadt Shimamaki leben nur circa 1.600 Menschen und seit April anscheinend auch Bären. Allein im April kam es zu 25 Sichtungen der Tiere hinter den Stadtgrenzen. Im gleichen Zeitraum im Vorjahr wurde nur ein Bär gesichtet.

Bären werden zu teuer

Die Bewohner sind sich sicher, dass eine bestehende Streiterei zwischen der Stadtverwaltung und dem örtlichen Jagdverband für diesen massiven Anstieg an Sichtungen verantwortlich ist. In der Regel werden die Jagdverbände eingeschaltet, wenn in Japan Bären in der Nähe von besiedelten Gebieten gesichtet werden.

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Diese sollen die Tiere entweder einfangen und zurück in die Wildnis bringen oder im schlimmsten Fall erschießen. Je nach Verfahren erheben die Jäger eine Gebühr. Im Jahr 2018 zahlte Shimamaki allein für den Zeitraum zwischen Juli und Oktober über 11,5 Millionen Yen (etwa 98.760 Euro) an seinen Jagdverband.

Die Stadtverwaltung und einige Einwohner wollten allerdings die Gebühren, die sich auf 30.000 Yen (circa 260 Euro) pro Jäger und Aussetzung beläuft, nicht mehr bezahlen. Als Reaktion auf die andauernden Beschwerden erließ die Stadtverwaltung von Shimamaki eine neue Verordnung, die die Zahlungen an den Jagdverband auf jährlich 2,4 Millionen Yen (20.600 Euro) deckt.

Jäger ziehen sich zurück

Aufgrund dieser Obergrenze erklärte der Jagdverband, dass der Aufwand das Risiko für seine Mitglieder nicht wert sei und strich das Bärenfangen aus seinen Diensten für die Stadt. Jetzt ist es Aufgabe der städtischen Angestellten und der Polizei die Tiere mit Böllern und Feuerwerkskörpern zu verscheuchen. Allerdings scheinen diese Methoden nicht den erhofften Erfolg zu haben.

Bisher gibt es keine Berichte, dass Bären die Menschen angegriffen hätten. Sollte sich die Zahl der Sichtungen im Frühling und Sommer aber weiter steigen, wird die Stadtverwaltung wieder tätig werden müssen und sich mit dem Jagdverein arrangieren. Wenn sie Jungen haben, werden die Tiere aggressiver und könnten möglicherweise auch Menschen attackieren.

NHK

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