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Von Ministerium und Organisationen entwickelt worden

Beratungs-App soll ausländischen technischen Praktikanten in Japan helfen

In Japan gibt es immer wieder Meldungen, dass ausländische technische Praktikanten ausgenutzt und schlecht behandelt werden. Oft wissen die Betroffenen dabei nicht, wo sie Hilfe bekommen können. Die Regierung hat deswegen nun eine Beratungsapp entwickelt.

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Das japanische Arbeitsministerium hat die App in Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen wie der Organization for Technical Intern Training (OTIT) entwickelt. Sie soll den ausländischen Praktikanten dabei helfen, sich über ihre Arbeitsumgebung zu informieren, um gegen mögliches Fehlverhalten von ihren Arbeitgebern vorzugehen.

App verbindet mit einem Klick

Die kostenlose App ist in zehn Sprachen verfügbar, darunter Chinesisch und Vietnamesisch. Sie zeigt sämtliche Telefonnummern von Beratungsdiensten an, die sofort mit einem Klick gewählt werden können.

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Ebenfalls werden Informationen zu Naturkatastrophen und der Pandemie in den verschiedenen Sprachen angezeigt. Es wird gehofft, dass die App die Menschen schnell und einfach mit den Beratungsdiensten verbindet, damit sie möglichst rasch Hilfe erhalten.

In Japan gab es letztes Jahr um die 370.000 technische Praktikanten. Über das Regierungssystem sollen sie die Möglichkeit auf eine Ausbildung in Fachbereich und modernen Technologien haben, die ihnen in ihrer Heimat sonst nicht möglich ist.

Viele kennen die Beratungsdienste nicht

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Da aufgrund ihrer Herkunft eine gewisse Abhängigkeit herrscht, nutzen viele Unternehmen sie als billige Arbeitskräfte und behandeln sie schlecht. Nach Angaben von OTIT gab es bei ihnen im Geschäftsjahr 2019 um die 7.452 Beratungsfälle wegen Gewalt und massiven Überstunden an den Arbeitsplätzen.

Die Dunkelziffer dürfte jedoch deutlich höher sein, da viele der Betroffenen nichts von dem Beratungsdienst wissen und auch keine Ahnung von ihren Rechten haben. Die App soll deswegen denjenigen helfen, die nicht wissen, dass sie Unterstützung bekommen können.

Aus dem Grund planen die Organisation und auch das Ministerium sie auf ihren Webseiten sowie in sozialen Netzwerken zu bewerben, damit möglichst viele auf sie aufmerksam werden. Ebenfalls sollen die Praktikanten schon bei der Einreise zum herunterladen motiviert werden.

Die App kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem Japan erneut für die vielen Vorfälle kritisiert wird. Die USA gaben in Bezug auf den Menschenhandel an, dass sich das Land zwar bemüht, dass aber vor allem in Bezug auf die Praktikanten noch lange nicht ausreicht.

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