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Bericht bestätigt jahrzehntelange Bestechung von Mitarbeitern von Kansai Electric

Ehemaliger stellvertretender Bürgermeister machte jahrzehntelang teure Geschenke

Letztes Jahr sorgte der Energieversorger Kansai Electric Power Co. für einen Bestechungsskandal. Ein Drittausschuss untersuchte die Vorwürfe nun genauer und veröffentlichte am Samstag seinen Abschlussbericht, der scharfe Kritik an dem Unternehmen übt.

Der Ausschuss untersuchte die Verbindung zwischen Kansai Electric und den verstorbenen ehemaligen stellvertretenden Bürgermeister von Takahama in Fuki, Eiji Moriyama. Der Bericht bestätigt dabei, dass Moriyama mindesten 75 Mitarbeitern des Unternehmens Geschenke im Gesamtwert von 2,9 Millionen Euro machte. Die Mehrheit von ihnen war im Kernkraftsektor tätig.

Unternehmen verteilte Aufträge an bestimmte Firmen

Weiter belegt der Bericht, dass Führungskräfte im Austausch für die Geschenke Moriyama Gefälligkeiten leisteten. Das Unternehmen sorgte dafür, dass Anfragen von Moriyama für Auftragsarbeiten an Unternehmen gingen, für die er arbeitete. Mit den Geschenken wollte Moriyama das Unternehmen dazu verpflichten, Bauprojekt an die gewünschten Firmen zu verteilen. Er erhielt so Vergütungen für die erhöhte Anzahl an Aufträgen. Laut dem Bericht versprachen wohl die Führungskräfte dem Wunsch nachzukommen und verteilten die Aufträge wie gefordert.

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Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass beide Parteien mehr als drei Jahrzehnte lang ein abnormales Verhältnis pflegten. Der Fall sei dabei nicht nur ein Gesetzesbruch, sondern zeige ebenfalls wie ernst und tief verwurzelt das Problem in der Unternehmensführung ist.

Tatsächlich begann die Bestechungen schon 1987, als Moriyama als Stellvertreter zurücktrat. Bis 2010 sollen dabei Geld und Geschenke geflossen sein. 2011 stieg die Zahl der Empfänger und Geschenke an, als es in Fukushima zur nuklearen Katastrophe kam. Das Ereignis führte dazu, dass Kansai Electric zahlreiche Bauarbeiten durchführen musste, um den neuen Sicherheitsstandard umzusetzen.

Ruf ist stark geschädigt

Die jahrelangen Bestechungen führten nun dazu, dass das Interesse des Unternehmens nach Transparenz massiv beschädigt ist. Schon 2018 fürchte das Unternehmen eine interne Untersuchung durch, die allerdings nur sieben Jahre zurückging. In dem Zeitraum wurden Geschenke von 2,6 Millionen Euro festgestellt. Die aktuelle Untersuchung befasst sich hingegen mit den letzten 30 Jahren und zeigt somit die komplette Größe der Auswirkungen.

Vor der Veröffentlichung des Berichtes übergab der Geschäftsführer Naoki Nato die Ergebnisse bereits dem Wirtschaftsministerium. In einem Treffen gab der Generaldirektor der Abteilung Strom- und Gasindustrie an, dass sie den Bericht sehr sorgfältig durchgehen werden. Anschließend wollen sie eine angemessene Reaktion beschließen.

Präsident tritt zurück

Zu Besprechung einer Strafe oder Maßnahme kam es bei dem Treffen noch nicht. Aufgrund der Schwere des Falles wird es mit großer Wahrscheinlichkeit noch Konsequenzen für das Unternehmen geben. Kansai Electric war maßgeblich an der Energieversorgung in der Präfektur beteiligt und baute unter anderem ein Kernkraftwerk.

Wie angekündigt tritt mit der Veröffentlichung des Berichts der Firmenpräsident Shigeki Iwane zurück. Andere Führungskräfte, die verwickelt haben sind bereits zurückgetreten. Maito entschuldigte sich hingegen nach dem Treffen vor der Presse bei den Kunden und der Öffentlichkeit. Das Unternehmen wird den Bericht ernst nehmen und an einer Reformierung arbeiten, damit sich sowas nicht wiederholt.

TAS

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