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HomeNachrichten aus JapanBesuch der Insel Miyajima wird ab 2023 teurer

Neue Steuer für Touristen

Besuch der Insel Miyajima wird ab 2023 teurer

Mehrfach schon wurde sie angekündigt, nun ist sie offiziell – die Touristen-Steuer für Besucher der Insel Miyajima in der Nähe Hiroshimas. Anfang September gab die Stadt Hatsukaichi, zu der Miyajima gehört, genauere Details bekannt.

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Die Insel mit dem Itsukushima-Schrein und seinem im Meer stehenden großen Torii gehören zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Japans. Gegen Ende 2022 sollen die seit mehreren Jahren andauernden Renovierungsarbeiten am Torii beendet sein. Gerade rechtzeitig, wenn Japan ab Oktober wieder seine Grenzen für Reisende aus aller Welt öffnet.

Erhebung der Steuer über Miyajima-Fährtickets

Bereits seit 2008 gab es mehrfach Bestrebungen der Stadtverwaltung von Hatsukaichi, eine Abgabe für Besucher der Insel einzuführen. Denn der Tourismus auf der Insel hatte Ausmaße angenommen, die zu immer höheren Kosten für Reparaturen und Instandhaltung führten. Rund 4,6 Millionen Gäste kamen in 2019 nach Miyajima, bevor die Zahlen aufgrund der Corona-Pandemie stark zurückgingen.

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Doch auch bei Japanern selbst ist Miyajima ein gefragtes Reiseziel. In 2020 waren es immerhin noch 2,2 Millionen Besuche, in 2021 1,9 Millionen. Nach langem Ringen konnte sich nun die Stadtverwaltung gegen Bedenken der Opposition durchsetzen und verkündete offiziell die Einführung der Touristensteuer.

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Ab Oktober 2023 soll die neue Abgabe erhoben werden. Für Einzelpersonen fällt sie mit 100 Yen (ca. 0,72 Euro) gering aus, insgesamt rechnet die Stadt mit jährlich 200 Millionen Yen (ca. 1,44 Mio. Euro) Einnahmen. Angesichts der Besucherzahlen vor der Pandemie dürfte es sich dabei noch um eine konservative Schätzung handeln.

Für die Erhebung der Steuer hat sich die Stadt eine pragmatische Lösung einfallen lassen. Denn zu erreichen ist die Insel nur per Schiff: zwei Unternehmen – Miyajima Matsudai und Japan Rail West – bieten die zehnminütigen Überfahrten vom Anlegeplatz Miyajimaguchi an. Die Touristen-Steuer wird darum unkompliziert auf die Ticketpreise der Fähren aufgeschlagen.

Eine Fahrt nach Miyajima verteuert sich bei beiden Anbietern von 180 (1,30 Euro) auf 280 Yen (ca. 2 Euro), Hin- und Rückfahrt kosten statt 360 (2,60 Euro) dann 460 Yen (ca. 3,30 Euro).

Ändern dürften sich damit auch die Regeln für Besitzer des Japan Rail Pass oder Japan Rail Pass West. Die Fährlinie der JR West ist in den Pässen inbegriffen, zukünftig wird es dann nötig sein, vor der Überfahrt die 100-Yen-Gebühr zu entrichten.

100 Yen pro Person – ein kleiner Preis für den Weg zu nachhaltigem Tourismus

Von der Gebühr ausgenommen sind Menschen, die auf Miyajima leben, dort arbeiten oder zur Schule gehen. Auch Vorschulkinder, Menschen mit Behinderung und Schulklassen auf Klassenfahrten können Miyajima weiterhin ohne zusätzliche Kosten besuchen.

Für Personen, die Miyajima gern öfters touristisch bereisen möchten, gibt es die Möglichkeit, eine Vorauszahlung von 500 Yen (ca. 3,60 Euro) zu leisten, um dann für den Rest des Jahres von der Gebühr befreit zu sein.

Mit den zusätzlichen Einnahmen verlagert die Stadt Hatsukaichi die finanziellen Belastungen durch den Tourismus weg von den Steuerzahlern und hin zu den Besuchern der Insel. Genutzt werden soll das Geld zur Finanzierung Tourismus-bezogener Projekte. Darunter zählen in erster Linie die Instandsetzung der Anlegestellen, öffentlicher Toiletten und die Verlegung von oberirdischen Stromleitungen in den Untergrund.

Auch soll das Geschichts- und Folklore-Museum der Insel mithilfe der neuen Gelder modernisiert werden, insbesondere durch digitale Anzeigetafeln. Um die Müllbelastung zu verringern soll auch Geld in ein Programm fließen, das Besucher dazu anhält, wiederverwendbare Flaschen mitzubringen, anstatt Einwegflaschen als Müll auf Miyajima zu lassen.

Die Erhebung der Touristen-Steuer ist ein wichtiger Schritt zur Finanzierung des „Miyajima renaissance“-Programm, das im Mai verkündet wurde und einen nachhaltigen Tourismus auf der Insel fördern wird. Für Besucher der Insel dürften die 100 Yen ein kleiner Preis sein wenn es darum geht, das beliebte Ausflugsziel dauerhaft zu erhalten.

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