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Bevölkerungskonzentration in Tokyo wirft Fragen auf

Ländliche Gebiete in Japan sterben aus

Japan hat ein Problem, denn ähnlich wie in Deutschland zieht es die Menschen in die Großstädte, besonders nach Tokyo. Das führt zu einem Sterben der ländlichen Regionen in Japan.

Die japanische Regierung um Premierminister Shinzo Abe hat sich zum Ziel gesetzt, die lokale Wirtschaft zu revitalisieren, allerdings scheint die Regierung keinen Plan zu haben, wie sie die Menschen dazu bewegt, ländliche Regionen nicht zu verlassen.

Fünfjahresplan sollte helfen die Bevölkerungskonzentration zu bremsen

Im Rahmen eines Fünfjahresplans, den die japanische Regierung 2015 beschlossen hatte, sollte die lokale Wirtschaft wieder angekurbelt werden. Dafür wurden 800 Milliarden Yen (ca. 6.603 Milliarden Euro) bereitgestellt um Projekte zu unterstützen, die von Präfekturverwaltungen gestartet wurden.

Bisher haben diese Bemühungen jedoch keine greifbaren Ergebnisse gebracht. Besonders der Plan der japanischen Regierung, den Bevölkerungszu- und wegzug im Großraum Tokyo anzugleichen, ist gescheitert.

2018 zogen rund 140.000 Menschen nach Tokyo und den drei umliegenden Präfekturen. Mehr als doppelt so viele, wie wegzogen. Das zeigt, dass die Bevölkerungskonzentration in Tokyo sich weiter verschärft.

Mehr zum Thema: 
Präfektur Aichi bezahlt Menschen, die bereit sind aus Tokyo wegzuziehen

Ziele der japanischen Regierung kaum noch zu schaffen

Der Fünfjahresplan der Regierung soll 2020 um weitere fünf Jahre verlängert werden. Japan will die bisherigen Erfahrungen in den neuen Plan einfließen lassen. Sie sollen als Leitlinien für neue Maßnahmen dienen.

Trotzdem hält die japanische Regierung an ihrem Plan fest, dass das Gleichgewicht zwischen Zuzug und Wegzug bis 2020 angeglichen werden soll. Ein Ziel, das mittlerweile kaum noch zu schaffen ist.

Einer der Grundsätze besagt, dass Japan der Interaktion der Stadtbewohner mit den Menschen in regionalen Gebieten an Wochenenden und anderen Anlässen mehr Bedeutung beimessen will, ohne dass die Menschen gleich in diese Gebiete ziehen müssen.

Was eigentlich wie eine gute Idee klingt, stoppt das Sterben der ländlichen Regionen allerdings nicht. Denn da Japan auch mit einer schwindenden Bevölkerung zu kämpfen hat und bereits fieberhaft versucht, ausländische Arbeitnehmer nach Japan zu locken, was nur mäßig gut funktioniert, fehlen irgendwann zwangsläufig die Menschen, die ein attraktives Angebot bieten können, um Städter in ländliche Regionen zu locken.

Die japanische Regierung muss also ihre Pläne überarbeiten und weiterdenken, als sie es bisher tut. Denn nur mit Touristen wird man keine Wiederbelebung der wirtschaftsschwachen Regionen in Japan schaffen.

Schuld an der Bevölkerungskonzentration haben die Frauen

Zudem führt die Regierung den Zuwachs von Menschen im Großraum Tokyo vor allem auf junge Frauen zurück, die aus ländlichen Gebieten wegziehen.

Da allerdings das Umfeld für die Kindererziehung in Tokyo schwierig ist, hat die Konzentration von Frauen in Japans Hauptstadt dazu geführt, dass die Geburtenrate in Japan sinkt.

Kritiker sagen allerdings, dass noch weitere Faktoren eine Rolle spielen. Kindererziehung ist einfach sehr teuer. Außerdem gibt es in wirtschaftlich schwachen Regionen zu wenig Möglichkeit für Frauen. Daher muss die Regierung auch daran arbeiten, ein Gleichgewicht in der japanischen Bevölkerung hinzubekommen.

Auch lokale Verwaltungen müssen etwas tun

Aber nicht nur die japanische Regierung muss reagieren, auch die Präfekturverwaltungen müssen handeln. Es müssen dringend Maßnahmen ausgearbeitet werden, damit zum Beispiel die Schulversorgung aufrechterhalten werden kann.

Außerdem müssen die lokalen Gemeinschaften gefördert werden, denn je mehr Menschen wegziehen, desto schwieriger ist es für die übrigen Menschen, ein intaktes Dorfleben aufrechtzuerhalten.

Es ist wichtig, Maßnahmen zu ergreifen, um den Bevölkerungsrückgang in den ländlichen Gebieten so weit wie möglich zu verlangsamen. Gleichzeitig müssen sich die japanische Regierung und lokale Verwaltungen der Tatsache stellen, dass der Bevölkerungsrückgang unvermeidlich ist.

Quellen: MA, AS, TJT, Kyodo, Wikipedia

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