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HomeNachrichten aus JapanBewohner von Akita erhalten diskriminierende Flyer gegen sexuelle Minderheiten

Flyer warnen vor gleichgeschlechtlicher Ehe

Bewohner von Akita erhalten diskriminierende Flyer gegen sexuelle Minderheiten

In Japan setzen sich weiterhin zahlreiche Gruppen für die Gleichberechtigung von sexuellen Minderheiten ein und fordern weiterhin die gleichgeschlechtliche Ehe. Unbekannte in Akita haben jetzt jedoch Flyer verteilt, die sich diskriminierend zum Thema LGBT und der Ehe für alle äußerten.

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Bereits im September wurden in mehreren Briefkästen der Stadt Flyer gefunden, auf denen unter anderem vor der angeblichen radikalen Bewegung zur Legalisierung zu gleichgeschlechtlichen Ehe gewarnt wird und Rechte für LGBTQ-Menschen abgelehnt wurden. Es wurde dabei hinterfragt, ob die Rechte nicht negativen Einfluss auf Kinder hätten.

Weiter wurde behauptet, dass das Ehe-System in anderen Ländern mit einer gleichgeschlechtlichen Ehe erschüttert wurde. Ebenfalls wird angegeben, dass nur wenig Menschen die bereits existierenden Partnerschaftssystem von anderen Gemeinden nutzen würden.

Organisationen zeigen sich von Flyern schockiert

Die Flugblätter gingen auch an LGBTQ-Personen, was bei vielen große Besorgnis auslöste. Eine Person gab an, dass es sehr beängstigend sei, wenn die Flyer wissentlich an sexuelle Minderheiten verschickt wurden. In einem Fall ging das Flugblatt an einen trans Mann, der den Flyer dem Akita District Legal Affairs Bureau, der Präfekturpolizei und der Präfekturregierung meldete.

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Aber auch Wut lösten die Flugblätter bei einigen aus. Eine LGBTQ-Organisation gab an, dass niemand das Recht habe, das Glück dieser Menschen zu verletzten. Für sie sei es unglaublich, dass mit falschen Informationen Diskriminierung und Vorurteile gefördert werden sollen.

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Der Leiter des Netzwerks für Sexualität und Menschenrechte ESTO, Masataka Masaki, erklärte, dass sie erst durch Mitglieder des Netzwerks auf die Flyer aufmerksam geworden sind. Laut den Meldungen sind demnach die Flyer aufgetaucht, kurz nachdem in der Gemeindeversammlung die Frage nach einem Partnerschaftssystem für gleichgeschlechtliche Paare behandelt wurde. Dazu wird zusätzlich gerade mit einer Petition versucht, die gleichgeschlechtliche Ehe landesweit durchzusetzen.

Akitas Gouverneur will sexuelle Minderheiten weiter unterstützen

Masaki befürchtet dabei, dass die Flyer Mitgliedern des Netzwerkes zusetzten und es möglicherweise zu Selbstmorden kommt. Dazu besteht die Gefahr, dass nicht informierte Bürger an den Inhalt der Zettel glauben. Aus diesem Grund will Masaki deutlich machen, dass in der Realität von Japan LGBTQ-Menschen grundlegende Menschenrechte haben und eine Gleichberechtigung laut Verfassung garantiert ist.

Dass die Flyer auch bei der Regierung nicht auf Zustimmung treffen, zeigte Akitas Gouverneur Norihisa Satake. In einer Pressekonferenz im Oktober lehnte er die Zettel klar ab. Es sei eine engstirnige Sichtweise und die Angelegenheit sollte nicht auf diese Art behandelt werden. Gleichzeitig bestätigte er, dass er weiterhin plant eine Verordnung umzusetzen, die sich gegen die Diskriminierung aller Menschengruppen einsetzt, sexuelle Minderheiten mit eingeschlossen.

Jedem stehen Menschenrechte zu

Mai Kota von der Stadtversammlung von Morioka, Iwate äußerte sich ebenfalls zu dem Thema. Es würde immer sexuelle Minderheiten geben, was der Verfasser der Flyer nicht verhindern kann. Sexuelle Minderheiten wollen dabei nur ihr Recht auf ein gutes und sicheres Leben haben.

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Kota sagte weiter, dass es schwer sei Diskriminierung zu beseitigen, jedoch können sie die Unterstützung in der Bevölkerung fördern. Sie möchte, dass das die Menschen nicht vergessen, die aufgrund der Flyer oder anderen Dinge an sich zweifeln.

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