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Bunkeranlage erinnert an letzte Tage des Krieges

Bewohner von Okinawa fordern Öffnung der Tunnel der Shuri Burg aus dem Zweiten Weltkrieg

Die Shuri Burg in Okinwawa, die letztes Jahr durch ein großes Feuer stark beschädigt wurde, gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen in Naha. Allerdings birgt die Anlage ein düsteres Geheimnis. Im Zweiten Weltkrieg wurde unter der Burg ein weitläufiges Tunnelsystem errichtet, das der kaiserlichen Armee als geheimer Kommandoposten diente. Nun fordern immer mehr Menschen, dass die Tunnel der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

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Vor allem die ältere Bevölkerung will, dass die Anlage Besuchern gezeigt wird, um die damalige Atmosphäre zu verstehen. Trotz der Invasion von Okinawa war nämlich eine Kapitulation für Japan weiterhin undenkbar. Viele Zivilisten kostete der Versuch der 32. Armee, die Invasion aufzuhalten, das Leben. Nach bisherigen Schätzungen starb jeder vierte Bewohner während der Kämpfe.

Das Tunnelsystem mit dem Kommandobunker ist deswegen eine Erinnerung an die Skrupellosigkeit der japanischen Regierung. 30 Meter tief und einen Kilometer groß ist der Komplex. Zu Hochzeiten lebten und arbeiten 1.000 Menschen in den Tunneln und sie gelten heute als eins der größten und offiziell wichtigsten Kriegsrelikte in Okinawa. Auch Schüler waren in den Tunneln im Einsatz, da sie als Teil der Mobilisierungen in Form von Korps der Armee helfen sollten.

Bemühungen zum Erhalt der Anlage laufen seit Jahren

Mai 1945 wurde der Posten aufgegeben und die Armee floh nach Mabuni Itoman. Ein großer Fehler, da viele Zivilisten in die Gegend schon evakuiert hatten und es aufgrund der Truppen nun zu massiven Kämpfen kam. Nach dem Krieg interessierte sich auch keiner mehr wirklich für die Anlage. Nur die Burg, die durch die Bombardierungen zerstört wurde, erhielt eine aufwendige Restaurierung.

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In der Vergangenheit wurde bereits versucht die Anlage zu erhalten und sicher für Besucher zu machen. Unter anderem wollte der ehemalige Gouverneur Masahide Ota in den 90ern den Bunker öffnen. Ota selbst war Teil eines Schülerkorps, die sich teilweise als lebende Sprengbomben selbst opferten.

Die Regierung von Okinawa zögert jedoch, da die Sicherung der Tunnel viel Geld kostet. Öffentlich zugänglich war die Anlage bis jetzt noch nie. Nur einmal im Jahr werden die Tunnel für eine interne Inspektion geöffnet, um den Zustand des Komplexes zu prüfen.

An Maßnahmen wird gearbeitet

Lange blieb es wieder still um den Komplex, bis es letztes Jahr zu dem großen Brand kam, der unter anderem die Haupthalle komplett zerstörte. Kriegsüberlebende wollen jetzt nicht nur einen genauen Wiederaufbau der Burg erreichen, sondern auch eine Restaurierung des Tunnelsystems, damit es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann.

Tatsächlich stehen die Chancen diesmal gut. Im Juni hatte die Regierung von Naha einem Dokument zugestimmt, das Maßnahmen zur Öffnung der Anlage anfragt. Für die Umsetzung laufen nun bereits Gespräche mit der Bürgermeisterin von Naha und dem Gouverneur von Okinawa. Die Präfektur bleibt zwar skeptisch, ein Expertenausschuss befasst sich nun jedoch mit einer genaueren Einschätzung.

Wichtige historische Stätte

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Zeitzeugen wünschen sich jedenfalls sehr, dass die Tunnel bald gesichert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Shoken Yoza erinnert sich, wie er als Junior High School Schüler half den Bunker zu verstärken. Klassenkameraden wurden als Wachen und Kuriere eingesetzt. Am Ende des Krieges waren 153 seiner 273 Mitschüler tot.

Er wünscht sich, dass die Anlage erhalten bleibt, damit die Menschen die Geschichte verstehen. Denn am Ende waren es die Menschen in dem Bunker, die über das Leben der Bevölkerung von Okinawa entschieden. Immer weniger Menschen können über ihre Erlebnisse berichten und das Tunnelsystem soll deswegen als ein Ort dienen, der Menschen zeigt, was Krieg bedeutet und der sie dazu bringt über Frieden nachzudenken.

TAS

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