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HomeNachrichten aus JapanBier und Online-Partys sorgen in Japan während Corona-Pandemie für Ablenkung

Vor allem Frauen nehmen an Events teil, um etwas Abweckslung zu haben

Bier und Online-Partys sorgen in Japan während Corona-Pandemie für Ablenkung

In den Zeiten der Corona-Pandemie sollen die Menschen auf Partys verzichten und soziale Distanzierung bevorzugen. Viele Menschen hält das jedoch trotzdem nicht davon ab, zusammen einen trinken zu gehen und Spaß zu haben. Da Rausgehen nicht möglich ist, wird das ganze allerdings in Video-Chats verlegt. Mit Bier und Snacks wird dann trotzdem Spaß gehabt.

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Eine solche Party wurde von der 42 Jahre alten Ayumi Nonaka Anfang des Monats veranstaltet. Zusammen mit weiteren Personen aus Zushi, Kanagwa trafen sie sich über die Video-App Zoom, die eigentlich für Geschäftsmeetings gedacht ist. Die Gruppe, zu der überwiegend Frauen in den 40ern gehören, treffen sich öfter zum Abendessen, Feiern oder anderen Events, die Nonaka organisiert.

Online-Partys machen den Frauen viel mehr Spaß

Nonaka entschloss sich, virtuelle Partys zu organisieren, nach dem sie die Kommentare auf ihrer Eventseite gelesen hat. Menschen gaben an, dass sie sogenanntes Cabin Fever haben, da sie ihr Haus so gut wie gar nicht mehr verlassen. Mit den Partys möchte Nonaka den Menschen helfen mit der aktuellen Situation fertig zu werden.

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Die Partys finden grundsätzlich auf Zoom statt und werden vorab auf sozialen Medien angekündigt. Teilnehmen darf theoretisch jeder. Viele freuen sich über die Möglichkeit, sich mit anderen Müttern im gleichen Alter und in ähnlichen Situationen auszutauschen. Dazu machen den meisten die Trinkpartys viel mehr Spaß, da sie einfach wieder gehen können und keine unerwünschte Aufmerksamkeit erhalten.

Partys sind deutlich billiger und bieten mehr Vorteile

Teilnehmer erklären, dass sie nicht neben unangenehmen Menschen sitzen, keine Gläser nachfüllen, Mahlzeiten portionieren oder Bestellung von anderen entgegennehmen müssen. Außerdem sei es einfacher Mal auf die Toilette zu gehen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Partys deutlich billiger sind.

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Bei einer Party an der zwölf Personen teilnahmen und die bis 23 Uhr ging, hatte Nonaka drei Flaschen Corona-Bier, ein Zitronen-Bier, frittiertes Hühnchen und einen Käse-Schinken-Salat. Zusammengerechnet sind das nur etwa 16,70 Euro. Bei einer normalen Party gibt Nonakak im Gegensatz dazu zwischen 33 Euro bis 41 Euro aus.

Unternehmen versuchen Online neue Kunden zu finden

Mittlerweile sind ebenfalls Brauereien auf den ungewöhnlichen Trend aufmerksam geworden. Sie veranstalten ihre eigenen Online-Partys mit ihren Produkten. Die Kintora Co. Brauerei aus Nagoya wollte eigentlich im Frühjahr ein Event veranstalten, um ihren Ume-Likör und ihr nicht raffiniertes Sake-Getränke Pinky Tiggy vorzustellen. Bis zu 100 Gäste aus dem noblen Wohngebiet Hoshigaoka in Nagoya sollten zu der großen Buffet-Party mit DJ kommen.

Aufgrund des Covid-19 wurde das Event jedoch ins Internet verschoben. Am 14. März feierten um die 30 Personen mit den neuen Produkten online die Präsentation. Über einen Video-Chat prosteten sie sich gemeinsam zu und unterhielten sich mit dem Senior Managing Director Yoshifumi Mizuno. Mit Bildern von seinem iPhone stellte er seine Brauerei, die seit sieben Genrationen in Familienbesitz ist, genauer vor.

Mizuno erklärte, dass sie nur eine sehr kleine Brauerei seien und deswegen auf Produkttests setzten, statt auf Anzeigen. Mit der neuen Online-Möglichkeit hoffen sie Kunden zu erreichen, die sie in der Vergangenheit nicht erreichen konnten. Er versucht in der Hinsicht die Sache positiv zu sehen.

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