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Bilder eines Asylsuchenden mit Handschellen im Krankenhaus sorgen in Japan für Diskussionen

Das Foto eines Asylsuchenden aus Bangladesch, der zu einem Krankenhausaufenthalt mit Handschellen und Fußfesseln vorgeführt wird, verursacht in Japan eine Debatte über die Behandlung von Ausländern. Im Land werden Asylsuchende in speziellen Einwanderungszentren untergebracht.

Die Bilder zeigen Mahruf Abdullah, den Beamte der Einwanderungsbehörde ins Krankenhaus eskortieren. Dabei sind seine Hände an seiner Taille befestigt. Das Bild entstand im Oktober 2018 und wird seitdem von Asahi Oda, einem Vorkämpfer für die Rechte von Ausländern in Japan, in vielen sozialen Medien veröffentlicht.

Der 36-jährige Bengale Abdullah genehmigte die Nennung seines Namens und die Veröffentlichung der Bilder, weil er die Menschen wissen lassen wolle, wie Asylsuchenden in Japan behandelt werden. Der Mann erklärte, er sei kein Verbrecher und fühle sich durch die Handschellen und Fesselung gedemütigt. Er ließ sich im Krankenhaus an der Taille und am Knie untersuchen. Die Einwanderungsbehörde hingegen sagte, dass die Fesseln nötig waren, um die Flucht des Mannes zu verhindern.

Innerhalb kürzester Zeit gab es mehr als 1.000 Reaktionen auf das Bild, die allerdings sehr unterschiedlich ausfielen. Während einige Nutzer die Behandlung als grausam anprangerten, zeigten sich viele mit der Fesselung einverstanden, denn man müsse reagieren, um die Flucht der Menschen zu verhindern.

Japan kann Asylbewerber ohne legales Visum in sogenannten Einwanderungseinrichtungen unterbringen, in denen sie auf ihre Abschiebung warten. Diejenigen, die bei einer ersten Überprüfung nicht den Anforderungen eines Anspruchs auf Asyl entsprechen oder mehrfach Asyl beantragten, können festgenommen werden.

Das Amt für Einwanderungsfragen erklärte, dass das Justizministerium solche Maßnahmen wie Handschellen und Fesseln erlaubte, aber diese in der Öffentlichkeit nicht sichtbar sein sollten. Das entsprechende Bild sei nicht in der Öffentlichkeit entstanden, sondern im geschlossenen Raum des Krankenhauses.

1995 ordnete das Bezirksgericht in Osaka an, einen japanischen Angeklagten zu entschädigen, weil er während eines Krankenhausbesuches in Handschellen und Fesseln gewesen sei. Das Gericht bezeichnete die Fesselung als Verletzung seines Persönlichkeitsrechts. Der Oberste Gerichtshof bestätigte das Urteil später.

Das Justizministerium erklärte, er versuche, Krankenhausbesuche von Häftlingen oder Gefängnisinsassen unbemerkt von der Öffentlichkeit zu vollziehen. Die Beamten sollen bei diesen Besuchen zivil tragen und medizinische Einrichtungen durch die Hintertür betreten.

„Die Menschenrechte von Ausländern, die in Einwanderungszentren leben, sollten genauso gut oder sogar noch mehr geschützt werden, als die Angeklagten, die noch nicht für schuldig befunden wurden“, findet Yasuzo Kitamura, Professor für internationales Menschenrecht an der juristischen Fakultät der Chuo-Universität. Die Inhaftierung von Asylsuchenden in Einwanderungszentren sei eher ein administrativer, denn ein strafrechtliches Verfahren, erklärte der Professor.

Quelle: Kyodo News

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1 Kommentar

  1. Also vielleicht nicht unbedingt in Japan Asyl suchen. Wobei wenn das das einzige sein sollte, bei dem Asylsuchende derart schlecht behandelt werden, ist es dann doch eher harmloser als in so manch anderen Ländern…

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