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Vergleich mit Spielsucht

Broschüre für LDP-Politiker bezeichnet Homosexualität als Krankheit

Die regierende Liberaldemokratische Partei (LDP) ist in Japan nicht unbedingt dafür bekannt, liberal eingestellt zu sein. Besonderes beim Thema LGBTQ beweisen die Parteimitglieder immer wieder, dass ihre Ansichten veraltet und verletzend sind. Es verwundert deswegen nicht, dass kürzlich eine Broschüre an die Politiker verteilt wurde, in der Homosexualität als Krankheit beschrieben wird.

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Am 13. Juni wurde die besagte Broschüre zusammen mit anderen Dokumenten während des „Shinto Association of Spirituality Parliamentary Assembly“-Treffens an LDP-Abgeordnete mit Verbindung zur Shinto Seiji Renmei verteilt. Das Heft umfasste etwa 90 Seiten und enthielt Auszüge aus Reden von Universitätsprofessoren und anderen über gleichgeschlechtliche Ehen oder getrennte Nachnamen für Ehepaare, die während Studiensitzungen des Shinto Seiji Renmei gehalten wurden.

Broschüre verwendet alte Vorurteile

Ein gewisser Abschnitt sorgt jetzt für Empörung. In ihm heißt es, dass sexuelle Minderheiten an einer „erworbenen psychischen Störung“ leiden und sie genauso süchtig sind wie Glücksspieler. Homosexualität sei kein angeborener Zustand, sondern würde wie bei einem Spielsüchtigen zustande kommen, wenn das Verlangen danach groß genug ist.

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Takeharu Kato, ein offen schwuler Anwalt, äußerte sich zu dieser Behauptung. Schon seit Jahren wird Homosexualität nicht mehr als eine Krankheit angesehen. Dass in der Broschüre trotzdem so eine Passage enthalten ist, sei deswegen ein Zeichen von Vorurteilen und Feindseligkeit.

Mangelndes Verständnis für sexuelle Minderheiten

Die LDP hat sich zu dem Heft bisher nicht geäußert und es ist nicht bekannt, von wem die Aussagen stammen. Die Partei war zuletzt dafür verantwortlich, dass ein Gesetz zum Schutz von LGBTQ-Personen nicht zustande kam. Grund waren die unterschiedlichen Meinungen innerhalb der Partei.

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Auch sonst hängt die Partei im Gegensatz zur Opposition stark beim Verständnis für sexuelle Minderheiten hinterher, obwohl versprochen wurde, selbiges in der Bevölkerung zu fördern. Das ist hingegen eigentlich gar nicht nötig, denn die Bevölkerung ist unter anderem mehrheitlich für die gleichgeschlechtliche Ehe.

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