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Mehr als 50.000 Unterschriften

Bürgergruppe protestiert gegen Anti-LGBTQ-Broschüre der LDP

Vor einigen Wochen sorgte die regierenden Liberaldemokratischen Partei Japan (LDP) wieder einmal für Empörung. Während einer Veranstaltung für LDP-Abgeordnete wurde eine Broschüre verteilt, die Homosexualität als Krankheit und Sucht bezeichnete.

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Eine Bürgergruppe protestierte jetzt gegen des Schriftstück. Am 25. Juli schickten sie eine Petition mit 51.503 Unterschriften an die LDP. Die Gruppe fordert ein Statement zu den Aussagen in der Broschüre, die sie als diskriminierend ansehen. Die Partei soll sich deutlich von den diskriminierenden Behauptungen distanzieren und sie als unkorrekt bezeichnen. Ebenfalls wird gefordert, die Broschüren zurückziehen, damit nicht noch mehr Schäden entstehen.

Broschüre fördert Diskriminierung

Soshi Matsuoka, der Gründer der Gruppe, erklärte während einer Pressekonferenz, dass die Verbindung zwischen der rechten religiösen Gruppe und dem konservativen Flügel der LDP Diskriminierungen und Vorurteile fördert. Geladen zu der damaligen Veranstaltung waren Abgeordnete, die zur Shinto Association of Spiritual Leadership gehören.

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Der Verband hat Verbindungen zur Jinja Honcho, einer religiösen Körperschaft, die Shinto-Schreine betreibt. Es werden immer wieder Treffen für die Politiker durchgeführt, welche die Vereinigung unterstützen. Matsuoka holt aber noch viel weiter aus.

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Durch die Ermordung von Shinzo Abe rückt zurzeit die Vereinigungskirche und ihre Verbindungen zur Regierung in den Mittelpunkt. Matsuoka will deutlich machen, dass der rechte Flüge der LDP nicht nur Verbindungen zu der Sekte hat, rechtsgerichteten religiösen Gruppen wie die Shinto Association of Spiritual Leadership. Sie beeinflussen die Regierung und behindern so die Gleichstellung der Geschlechter sowie die Rechte sexueller Minderheiten.

LDP ist berüchtigt für fragwürdige Aussagen

Die Aussagen in der Broschüre wurden nicht direkt von dem Verband getätigt. Das Heft enthielt verschiedene Vorträge von Personen zur Geburtenrate in Japan und anderen Problemen. Der Vergleich von Homosexualität mit einer Krankheit oder Sucht war im Text „Die Wahrheit über Homosexualität und gleichgeschlechtliche Ehen lernen“ der von einem Universitätsprofessor stammt.

Mitglieder der LDP sind immer wieder in den letzten Jahren mit sexistischen und homophoben Kommentaren aufgefallen. In den meisten Fällen erfolgte daraufhin eine schnelle Entschuldigung. Zu der Broschüre hat die LDP allerdings bisher nur geschwiegen.

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  • LGBT
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