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Bürgermeister von Osaka kritisiert Mahnmal in San Francisco

In San Francisсo ist ein Denkmal eingeweiht worden, das an die sexuelle Ausbeutung asiatischer Frauen durch Japan im Zweiten Weltkrieg erinnern soll. Prompt kritisierte der Bürgermeister von Osaka die Errichtung und kündigte an, die Parterschaft beider Städte zu überdenken.

Die „Trostfrauen“-Statue wurde auf dem St. Mary Platz in China Town (San Francisco) aufgestellt und mit folgenden Worten versehen:

„Dieses Denkmal bezeugt das Leiden von Hunderttausenden Frauen und Mädchen, die fälschlicherweise als Trostfrauen bezeichnet wurden und von 1931 bis 1945 in drei asiatischen Ländern von den japanisch kaiserlichen Streitkräften sexuell versklavt wurden.“

Denkmäler dieser Art gibt es in Dutzenden anderen Orten weltweit, das erste wurde 2011 vor der japanischen Botschaft in Seoul errichtet. Die Statue in San Francisco ist das erste solche Denkmal in einer US-amerikanischen Großstadt. Jetzt aber entfachte das „Trostfrauen“-Mahnmal einen diplomatischen Eklat, der die Beziehungen San Franciscos zur Partnerschaft Osaka gefährden könnte.

Hirofumi Yoshimura, der Bürgermeister von Osaka, äußerte starke Kritik an dem Denkmal und mahnte, dass es sich dabei um einen Angriff auf die Ehre Japans handeln würde. Der 42-jährige Politiker schrieb an seinen Amtskollegen in San Francisco und den chinesisch-japanischen Wissenschaftler Ed Lee, dass unter Historikern bisher noch Uneinigkeit in Bezug auf die historischen Fakten in der Trostfrauenfrage bestehe und dass er deswegen herzlich darum bitte, die Aufstellung der Statue noch einmal zu überdenken.

Mahnmal
Bild: AP

Da die Verantwortlichen in San Francisco der Bitte des japanischen Bürgermeisters nicht nachkamen, gab dieser bekannt, dass er darüber nachdenke, die bestehende Partnerschaft zwischen den Städten Osaka und San Francisco zu beenden, sollte man es sich nicht anders überlegen.

Mit dieser Haltung stieß Yoshimura auch im eigenen Land auf Widerstand: Als Reaktion auf seine Ankündigung veröffentlichte die in Osaka ansässige Asahi Shimbun, eine der größten und ältesten Zeitschriften Japans, einen Leitartikel, in dem man Yoshimura aufforderte, seine Pläne noch einmal zu überdenken.

Der Autor des Artikels wies den Bürgermeister darauf hin, dass die engen Beziehungen zwischen historisch so bedeutenden Städten wie San Francisco und Osaka nichts seien, was man einfach aus einer Laune heraus in Frage stellen könne. Selbstverständlich dürfe der Bürgermeister mit der Errichtung des Denkmals nicht einverstanden sein, allerdings solle er deswegen die freundschaftlichen Beziehungen nicht gefährden.

Kurz nach Veröffentlichung dieses Leitartikels am 19. November äußerte sich Yoshimura auf Twitter zu dem Artikel. Dabei rügte er die Zeitung wegen Ungenauigkeiten in der früheren Berichterstattung und zeigte auch sonst keinerlei Anzeichen, seine Haltung überdenken zu wollen. Einlenken wolle der Bürgermeister nur, wenn die zuständigen Behörden in San Francisco auf sein Anliegen eingehen würden. Allerdings ist bisher unklar, ob Yoshimura eine solch weitreichende Entscheidung wie die Auflösung einer lange bestehenden Städtepartnerschaft im Alleingang entscheiden darf.

Was sind die „Trostfrauen“?

Die angemessene Anerkennung der euphemistisch genannten „Trostfrauen“ überschattet die Beziehungen Südkoreas und Japans seit Jahrzehnten. Als „Trostfrauen“ werden Hunderttausende Frauen bezeichnet, die im Zweiten Weltkrieg in japanischen Militärbordellen festgehalten und missbraucht wurden. Die systematische Verschleppung von jungen Mädchen und Frauen, die den Soldaten in besetzten Gebieten „Trost und Wohl“ spenden sollten, war erst Anfang der 1990er Jahre in den öffentlichen Diskurs gerückt, nach dem sich südkoreanische Überlebende der Zwangsprostitution an die Öffentlichkeit wagten und Entschädigung forderten.

Im Dezember 2015 schien es fast, als hätten Japan und Südkorea ihren jahrelangen Streit über die Sexsklavinnen endgültig beigelegt. Beide Staaten hatten sich darauf geeinigt, dass Japans Regierung insgesamt 7,5 Millionen Euro Entschädigungen an die wenig verbliebenden Überlebenden zahlt. Darüber hinaus entschuldigte sich die japanische Regierung dafür, die „Würde und Ehre der Frauen massiv verletzt zu haben“ und sprach von einer „tief empfundenen Verantwortung“ gegenüber dem umstrittenen Thema. Man einigte sich darauf, dass die Streitigkeiten mit dem Abkommen „endgültig und unwiderruflich“ beendet seien.

Diese Übereinkunft zur Regelung der Frage der „Trostfrauen“ wurde allerdings von Teilen der südkoreanischen Bevölkerung abgelehnt und als „demütigend“ bezeichnet. Aus Sicht der „Trostfrauen“ wurde besonders kritisiert, dass die südkoreanische Regierung im Alleingang und ohne Einbeziehung der Frauen handelte.

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2 Kommentare

  1. Bitte die Artikel Korrektur lesen, mehrere Fehler im Gebrauch der Fälle. Zudem bitte Wertungen in politischen Artikeln unterlassen. Das ist gerade bei solchen Themen hochgradig unprofessionell. Wer neutral berichtet muss sich hinterher von keiner Seite etwas vorwerfen lassen.

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