Chofu unterstützt junge Menschen nach Verlassen der Kinderheime

Kinder in Heimen haben es oft nicht einfach und wenn sie zu alt für die Einrichtungen sind, wissen sie häufig nicht weiter. Ein Projekt der Stadt Chofu in Tokyo unterstützt nun junge Erwachsene, die Kinderheime verlassen, bei einem Neuanfang.

Im Jahr 2017 lebten in Japan rund 26.449 Kinder aus verschieden Gründen in Jugendeinrichtungen. Die Kinder dürfen bis zum High-School-Abschluss offiziell in den Einrichtungen bleiben, danach müssen sie sich alleine ein Leben aufbauen. Eine äußerst schwierige Aufgabe für die Jugendlichen, die oft ein isoliertes Leben führen. Das neue Programm der lokalen Regierungen soll ihnen nun dabei helfen auf eigenen Füßen zu stehen und sie nach dem Auszug weiter betreuen.

Freiwillige stehen den jungen Erwachsenen zur Seite

Das Step-Home-Projekt startete 2017 und dient in erster Line als juristische Person für die Minderjährigen. Sie unterzeichnen Mietverträge und stellen subventionierten Wohnraum für die Studenten zur Verfügung. Studenten erhalten die Wohnungen für vier Jahre und angehende Arbeitskräfte für maximal Zwei.

Besonders bei dem Projekt von Chofu ist, dass die Jugendlichen einen Erwachsenen aus der Gemeinschaft als Mentor haben. Einmal im Monat müssen sich die jungen Erwachsenen mit ihrem Mentor treffen. Dazwischen können sie sich über E-Mail oder Telefone bei ihnen melden und sie nach Rat fragen oder über ihre Sorgen sprechen. Bei großen Problemen ziehen sie die freiwilligen Mitarbeiter aus den Pflegeheimen zu Rate.

Anfang des Jahres erhielten die jungen Erwachsenen zusätzlich finanzielle Unterstützung. Mit Spenden kam ein Lebensunterstützungsfond zusammen, der College-Studenten pro Monat mit 50.000 Yen unterstützt, wenn sie es wollen. Studenten, die an Universitäten inner- und außerhalb der Stadt studieren, erhalten hingegen einen Pauschalbetrag von 300.000 Yen.

Andere Städte versuchen mit ähnlichen Projekten zu helfen

Bis jetzt nutzen nur fünf Menschen das Projekt der Stadt. In Chofu selbst leben 100 junge Menschen in Waisenhäusern, die von zwei Wohlfahrtseinrichtungen geleitet werden. Sie unterstützen das System und sagen, dass es wichtig ist, dass die Jugendlichen einen Ansprechpartner neben den Mitarbeitern haben. Es ist eher ungewöhnlich, dass die Gemeinde arrangiert mithilft. Die Regierung freut sich darüber jedoch. Sie wollen den jungen Menschen einen Grundlage bieten, mit der sie unbesorgt ihren Träumen folgen können.

Wie wichtig es ist, die Kinder nach Verlassen der Einrichtung weiter zu unterstützen, zeigte eine Umfrage der Regierung von Tokyo. Viele der Befragten sagten, dass sie einsam sind oder Probleme mit dem Geldmanagement oder Lebenshaltungskosten haben. 10 Prozent gaben zusätzlich an, dass sie niemanden zum Reden haben, andere sagten, dass sie Personal vom Heim um Rat fragen.

Die Präfektur Shiga startete deswegen schon vor einer Weile ein Projekt, um Berufspraktika für die Kinder zu ermöglichen. Okayama gründete hingegen Kodomo Shelter Momo, die Seminare abhalten, um die Heimkinder auf ein selbstständiges Leben vorzubereiten. Zusätzlich gibt es eine spezielle Beratungshotline. Sollte das Projekt in Chofu so gut wie die anderen funktionieren, übernehmen es möglicherweise andere Städte.

Quelle: Mainichi Shimbun

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