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Fonds macht Verluste

„Cool Japan“ wieder in der Kritik

Der „Cool Japan Fonds“ hat durch Investitionen, die sich nicht rentiert haben, mittlerweile ein Defizit von 30,9 Milliarden Yen angehäuft. Der Fonds steht bereits seit Jahren in der Kritik und es ist fraglich, ob er noch lange existieren wird.

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Die japanische Regierung hat den Fonds 2013 eingerichtet, um die Kultur des Landes im Ausland besser zu vermarkten und den Menschen die japanische Küche, Anime usw. schmackhaft zu machen, damit die eigene Wirtschaft angekurbelt wird.

Streit um den Fortbestand von „Cool Japan“

Die Idee von „Cool Japan“ sah jedoch auf dem Papier besser aus als in der Realität, und seitdem ist in der Regierung ein Streit darüber entbrannt, ob das Projekt noch weitergeführt werden sollte, da die Erwartungen nicht erfüllt wurden.

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Inzwischen sind viele Regierungsbeamte der Meinung, dass das Interesse an der koreanischen Kultur im Allgemeinen größer ist als an der japanischen, was nicht zuletzt auf die K-Pop-Kultur zurückzuführen ist.

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Das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie will den Fonds erhalten und wirft daher einen Rettungsanker aus. Das Finanzministerium erwägt jedoch, „Cool Japan“ mit anderen Fonds zusammenzulegen oder ganz abzuschaffen.

Am 22. November legte das Wirtschaftsministerium einen Plan vor, wie die Geschäftsabläufe des Fonds verbessert werden können. Dies ist bereits das zweite Mal seit 2021, dass der Fonds überarbeitet wird.

Bis März 2022 hat die japanische Regierung 106,6 Milliarden Yen (ca. 735 Millionen Euro) in den Fonds gesteckt, zudem haben 24 Unternehmen 10,7 Milliarden Yen (ca. 73 Millionen Euro) beigesteuert.

„Cool Japan“ hat bisher in 56 Projekte im Ausland investiert, um zum Beispiel Anime zu vermarkten – die meisten Investitionen sind bislang allerdings gescheitert.

Zusammen mit privaten Unternehmen gründete der Fonds „Anime Consortium Japan“, ein Unternehmen, das Anime vertreibt, sowie „WakuWaku Japan“, einen Satellitenrundfunkanbieter. Beide Unternehmen scheiterten allerdings am Erfolg von Netflix und anderen Streamingplattformen.

Mehr Investitionsmöglichkeiten

Um „Cool Japan“ zu retten, besagt der Plan des Wirtschaftsministeriums, dass man die Arten von Unternehmen, in die investiert wird, ausweiten könnte.

Neben Unternehmen aus der Anime- und Lebensmittelindustrie, die ursprünglich zu den Investitionszielen gehörten, plant das Unternehmen nun auch Investitionen in Unternehmen, die Bekleidungsmaterialien herstellen, sowie in Start-ups, die alternative Fleischsorten auf Sojabasis entwickeln.

Dies würde jedoch dem eigentlichen Ziel des Fonds widersprechen: der Förderung der japanischen Kultur im Ausland. Außerdem gäbe es für die japanische Regierung weniger Anreize, das Projekt zu unterstützen.

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