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Arbeitgeber kennen nationale Standards nicht

Corona-Infizierte in Japan dürfen oft nach Quarantäne trotzdem nicht wieder arbeiten

Japan kämpft weiterhin mit der steigenden Zahl an COVID-19-Infizierten. Es werden dabei immer mehr Fälle gemeldet, bei denen Infizierten trotz vorschriftsmäßiger Quarantäne die Rückkehr zum Arbeitsplatz verweigert wird.

Nach Anweisung des Gesundheitsministeriums sollen sich Infizierte ohne Symptome für zehn Tage zu Hause oder in Hotels in Quarantäne begeben. So soll verhindert werden, dass sich weitere Personen mit Covid-19 anstecken. Für Erkrankte mit leichten Symptomen wird die Frist um drei Tage verlängert, nachdem sie sich erholt haben.

Negative Tests sind nach Quarantäne nicht mehr nötig

Normalerweise ist es Personen nach diesem Zeitraum gestattet, wieder an den Arbeitsplatz zurückzukehren. Bis letzten Frühling war es noch nötig, zwei negative Testergebnisse zu erhalten, bevor Personen wieder arbeiten durften.

Mehr zum Thema:  Japans Regierung will mit einer Gesetzänderung Krankenhäuser zwingen mehr Betten für Corona-Patienten zu sichern

Untersuchungen ergaben mit der Zeit jedoch, dass die Übertragbarkeit von Covid-19 nach Beginn der Symptome nach einer Woche stark abnimmt. Selbst wenn das Virus sich weiterhin im Körper befindet, ist die Person nicht mehr ansteckend.

Aus dem Grund wurden die Regelungen im letzten Juni gelockert, sodass Personen schneller wieder zur Arbeit gehen können und kein Zertifikat für negative Tests notwendig ist. Es gibt mittlerweile allerdings immer mehr Fälle, bei denen Arbeitgeber eine Rückkehr verweigern. Angestellte werden gebeten weiterhin zu Hause zu bleiben, was nach Ansicht der Zuständigen eigentlich unnötig ist. Ein Betroffener gab dazu an, dass die Standards der nationalen Regierung nicht ausreichend bekannt sind und auch die Diskriminierung von Infizierten eine große Rolle spielt.

Infizierten wird trotz neuer Regelungen Rückkehr verweigert

Eine 30 Jahre alte Krankenhausangestellte infizierte sich Mitte November mit dem Virus. Sie erhielt eine Arbeitssperre und blieb wie vorgeschrieben zehn Tage in einem Hotel. Nach der Frist war sie besorgt, das Hotel ohne einen negativen Test zu verlassen. Das lokale Gesundheitszentrum bestätigte ihr jedoch, dass sie auch ohne einen wieder ihrem Alltag nachgehen darf.

Ihr Chef sah das jedoch anderes und forderte von ihr zwei negative Tests. Er verwies dabei auf eine interne Regelung des Krankenhauses, die zur ersten Infektionswelle aufgestellt wurde. Wie erwartete waren die PCR-Tests der Frau weiterhin positiv. Sie versuchte dem Chef zu erklären, dass sie nicht ansteckend ist und scheiterte.

Aus dem Grund musste sie weiterhin zu Hause bleiben. Erst Anfang Januar erhielt sie ihre negativen Testergebnisse und durfte wieder zur Arbeit. Gegenüber der Presse erklärte sie, dass sie das Gefühl habe, dass die Informationen zu den nationalen Standards gar nicht mehr an den Arbeitsplätzen ankommen. Sie möchte deswegen, dass Verwaltungsbehörden ihre Bemühungen in der Hinsicht verstärken, damit alle die Informationen erhalten.

Teilzeitbeschäftigte leiden besonderes stark

Das die Unwissenheit der Arbeitgeber ein großes Problem ist, zeigt sich vor allem bei Teilzeitbeschäftigten, die einen Stundenlohn erhalten. Jeder weitere Tag, den sie zu Hause bleiben müssen, bedeutet für sie gleichzeitig ein starker Einkommensrückgang. Dass es zurzeit Chaos bei den Standards gibt, zeigte sich im Fall einer Teilzeitbeschäftigten aus Fukuoka, die Ende November mit leichten Symptomen erkrankte. Bis Anfang Dezember blieb sie zu Hause und informierte dann ihren Chef über die Aufhebung ihrer Arbeitsbeschränkung.

Der Chef verstand die Situation, bat sie aber trotzdem um einen Test, da ein verbundenes Unternehmen, bei dem die Frau arbeitete, ihn forderte. Die Frau versuchte daraufhin den nationalen Standard zu erklären und reichte sogar die Mitteilung der lokalen Regierung zur Auflösung der Sperre ein. Trotzdem musste sie für weitere zwei Wochen zu Hause bleiben.

Entschädigungen fallen mickrig aus

Ihr wurde dafür eine Entschädigung versprochen, am Ende erhielt sie aber nicht mal die Hälfte ihres üblichen Gehaltes. Ihrem Ehemann erging es nach der Genesung nicht besser. Obwohl der Selbstständige nicht von einem Chef abhängig war, gab es trotzdem große Probleme. Geschäftskontakte mieden ihn plötzlich, weswegen sich die finanzielle Lage des Paares weiter verschlechterte.

So wie dem Ehepaar geht es zurzeit zahlreichen Menschen in Japan. In vielen Fällen müssen Teilzeitbeschäftigte mit gar keiner Entschädigung rechnen und im schlimmsten Fall kann es sogar zu einer Entlassung kommen. Die Forderungen, die nationalen Standards deutlicher zu vermitteln, sind deswegen besonders in dem Bereich sehr laut.

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