Stats

Anzeige
Home News Corona-Pandemie: Erlebt Japan eine zweite Welle?

Regierung reagiert wie gewohnt zögerlich

Corona-Pandemie: Erlebt Japan eine zweite Welle?

Japan verzeichnet immer mehr Infektionen mit Covid-19 und immer mehr Befürchtungen werden laut, dass Japan eine zweite Welle der Corona-Pandemie erlebt.

Die Gesamtzahl aller Infektionen hat am Samstag die 30.000 überschritten, Brandherd bleibt weiterhin Tokyo, das jeden Tag an die 300 neue Infektionen meldet. Auch die Zahl der Todesopfer ist mittlerweile auf 1.009 gestiegen.

Präfekturen melden immer mehr infizierte Menschen pro Tag

Neben Tokyo melden auch alle anderen Präfekturen neue Rekordzahlen pro Tag, mit Ausnahme von Iwate, die einzige Präfektur, die noch keine infizierte Person gemeldet hat.

Mehr zum Thema:
Hunderte Krankenschwestern in Tokyo drohen mit Kündigung

Die japanische Regierung wirkt im Moment etwas hilflos, da Japans Premierminister die Wirtschaft mit aller Kraft wieder hochfahren will. Das kommt einem bekannt vor, denn zu Beginn der Corona-Pandemie hat Abe ebenfalls sehr zögerlich reagiert, um den Olympischen Spielen nicht zu schaden.

Auch der Start der „Go To Travel“-Kampagne, ein Programm, um den inländischen Tourismus zu fördern, hat bei vielen Menschen die Befürchtungen hervorgerufen, dass so eine zweite Welle ausgelöst wird.

Daten von KDDI Corp., der Standortdaten von Smartphones zugrunde liegen, zeigen, dass seit Donnerstag die Anzahl der Personen an den untersuchten Standorten deutlich anstieg, im Vergleich zu vergangenen Sonntag.

Gouverneure der Präfekturen kämpfen, um eine zweite Welle zu verhindern

Die Gouverneure der 47 Präfekturen in Japan kämpfen aktuell darum, dass Unternehmen wieder gebeten werden zu schließen. Insbesondere der Gouverneur von Osaka kämpft verbissen. Hirofumi Yoshimura legte Abe am 14. Juli einen Vorschlag vor, wonach Unternehmen gesetzlich verpflichtet werden, mit den Präfekturverwaltungen zusammenzuarbeiten, um die Pandemie einzudämmen.

Abe gab als Antwort, dass ihm das Problem zwar bewusst ist, aber eine Zusage, Gesetze zu überarbeiten erfolgte nicht. Gegenüber Reportern sagte Japans Premierminister, dass die Regierung es nicht für notwendig hält, den Ausnahmezustand erneut aufzurufen. Laut Abe überwacht die Regierung die Situation sorgfältig. Dabei verzeichnet Japan mittlerweile täglich mehr infizierte Menschen als vor dem Ausrufen des ersten Ausnahmezustands.

Trotzdem behaart die Regierung darauf, dass mehr Tests schuld an dem Anstieg sind. Die Zahl der täglichen Tests beläuft sich zurzeit allerdings nur auf knapp 5.000.

Regierung gibt kein gutes Bild in der Corona-Pandemie ab

Das immer mehr jüngere Menschen unter den Infizierten sind, die sich in Nachclubs, Bars und Hostclubs anstecken, verstärkt die Forderung der Gouverneure, solche Unternehmen zu schließen. Aber dafür muss ein neuer gesetzlicher Rahmen geschaffen werden. Doch das funktioniert natürlich nur, wenn die japanische Regierung mitspielt und im Moment besteht wenig Hoffnung.

Zusätzlich ist noch das Problem, dass die japanische Regierung andere Aussagen macht, als die Präfekturverwaltung. Das ist in Tokyo zu sehen, denn die Gouverneurin bat die Menschen darum, keine unnötigen Ausflüge zu unternehmen und lieber zu Hause zu bleiben. Von der Regierung hieß es, dass die Menschen ruhig ausgehen, aber vorsichtig sein sollen.

Die Situation lässt im Moment nur darauf deuten, dass Japan in den nächsten Tagen weiterhin einen Anstieg erleben wird. Wenn die Regierung nicht entschlossen handelt, dürfte es nicht mehr lange dauern, bis offiziell von einer zweiten Welle der Corona-Pandemie gesprochen wird.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren:

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Anzeige