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Zeit für Kyoto an einer nachhaltigeren Tourismuspolitik zu arbeiten

Coronavirus verwandelt Kyotos Tourismusboom in einem „Undertourismus“

Im vergangenen Jahr wurde sehr häufig gemeldet, dass sich die Einwohner der japanischen Stadt Kyoto über den Tourismusboom beschwerten, denn die Stadt wurde von Touristen überlaufen.

Durch den Ausbruch des neuen Coronavirus hat sich das mittlerweile geändert, denn aus dem Tourismusboom ist ein „Undertourismus“ geworden.

Kirschblüten-Sasion gehört zu den wirtschaftlich wichtigsten Ereignis in Kyoto

Die Prognose für die Kirschblüten, eigentlich das Ergebnis in Japan, das die Kassen von Bars usw. klingeln lässt, lauten in diesem Jahr, dass sie in den meisten Teilen von Japan viel früher blühen werden als üblich.

Das bedeutet, Anfang April, wenn das neue Geschäftsjahr in Japan beginnt, die Schule wieder losgeht und neue Mitarbeiter ihren Dienst in den Unternehmen antreten, ist die Kirschblüten-Sasion in den Regionen Kanto und Kansai wieder vorbei.

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Für Kyoto sind das sehr schlechte Nachrichten. Der Coronavirus COVID-19 hätte für die Stadt, die für ihre Kirschblüten bekannt ist, zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen können.

Für lokale Unternehmen ist die Kirschblüten-Sasion und die Herbszeit, die Zeit, in denen ausländische und japanische Touristen das meiste Geld in der Stadt lassen.

In den letzten sechs Jahren war der Tourismusboom das Hauptproblem von Kyoto, die Einwohner beschwerten sich über die Masse an ausländischen Touristen, die die Stadt fluteten. Auf der anderen Seite brachte dieser „Overtourismus“ allerdings auch viel Geld in die Stadt und Hotels schossen wie Pilze aus dem Boden.

Viele Menschen in Kyoto haben gutes Geld mit der Masse an Touristen verdient.

Touristen bleiben weg

Da sich nun aber der Coronavirus weltweit ausbreitet, ist das Bild ein ganz anderes: Hotels, die sich in der Vergangenheit zu dieser Jahreszeit vor Buchungen nicht retten konnten, haben mittlerweile Probleme Zimmer zu vermieten.

Diejenigen, die jetzt nach Kyoto reisen, finden Zimmer in Luxushotels zu Preisen von Jugendherbergen.

Nur haben die Touristen, die trotz des Coronavirus nach Kyoto reisen ebenfalls ein Problem: Was macht man in der Stadt? Museen, wie das Kyoto National Museum, sind derzeit aufgrund der Ausbreitung des Virus geschlossen und das wird auch noch eine Weile so bleiben. Zwar haben viele Unternehmen zurzeit noch geöffnet, allerdings ist es sehr wahrscheinlich, dass sie ebenfalls schließen oder ihre Öffnungszeiten verkürzen.

Natürlich kann man immer noch die Kirschblüten genießen, aber die Gefahr, sich mit dem Coronavirus anzustecken, wenn man einen der bekannten Aussichtspunkte besucht, ist groß.

Beste Zeit um Kyoto zu besuchen, aber …

Jetzt werden wahrscheinlich einige sagen: „Es gibt keine bessere Zeit Kyoto zu besuchen, weniger Touristen heißt auch weniger Gedränge.“ Insbesondere wenn man sich keine Sorgen macht, sich den Coronavirus einzufangen.

Auch Kyoto selbst nutzt dieses Argument im Moment, um für einen Besuch in der Stadt zu werben.

Das Problem dabei ist allerdings, was passiert, wenn man bei der Ankunft am Flughafen erfährt, dass die Regierung des eigenen Landes alle Reisen von Japan in das Heimatland nicht mehr erlaubt, oder, und das ist viel wahrscheinlicher, dass die japanische Regierung die Quarantäne-Bestimmungen ausweitet und man bei der Ankunft am Flughafen in eine 14-tägige Quarantäne gesteckt wird.

Dass dies Mal eben beschlossen werden kann, sieht man anhand von China und Südkorea.

Zeit für ein Umdenken in Kyoto

Wie Japan aktuell merkt, gehen das Risiko immer weniger Menschen ein.

Doch die Situation ist für Kyoto nicht komplett schlecht. Die Stadt sollte nun lernen, insbesondere die Tourismusbranche. Für Japan ist der Tourismus ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor, der, wie die Coronavirus Pandemie aktuell zeigt, auf sehr wackeligen Beinen steht.

Daher wäre es jetzt der richtige Augenblick an einer besseren, intelligenteren und nachhaltigeren Tourismuspolitik zu arbeiten, die sowohl den Overtourimus als auch den Undertourmus verhindert.

 

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