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Teilweise wird Namahage komplett abgesagt

Dämonen des berühmten Namahage-Festivals müssen sich an Corona-Regeln halten

Selbst die grotesken Dämonen des Namahage-Festivals in der Präfektur Akita treffen Sicherheitsvorkehrungen gegen die vielen Coronavirus-Infektionen.

Die Stadt Oga bekam internationales Lob und hat Besucher aus ganz Japan für das Namahage-Festival begeistert, das in verschiedenen Teilen der Stadt an Silvester stattfindet. Als Dämonen verkleidete Einheimische stürmen Häuser und schreien Heulsusen und faule Menschen an.

Das Namahage-Festival sollte nicht stattfinden

Aber die Pandemie hat in einigen Gemeinden für Veränderungen gesorgt. Darunter der Bezirk Ashizawa in Oga, der die Veranstaltungen in diesem Jahr komplett absagt.

Mehr zum Thema:  Akita-Dämonen setzen auf Ausländer, um Nachfolger zu gewinnen

Der 61-jährige Satoshi Tamaki ist Leiter des Ashizawa-Namahage-Komitees und dient schon mehr als 40 Jahren als Dämon. Er zögerte und wollte das Fest nicht aufheben.

„Ich kann mich an Silvester nicht kontrollieren und sage den Leuten um mich herum, dass sie das Kostüm anziehen sollen“, sagte Tamaki. Aber er wurde von Yasuaki Takeda überredet, das diesjährige Ritual lieber auszulassen. Yasuaki Takeda verkleidete sich selbst oft als Dämon.

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„Das Festival sollte nicht stattfinden, wenn es auch nur ein 1-prozentiges Risiko einer Infektion gibt“, sagte Takeda. „Ich möchte nicht, dass die Leute denken, dass sich das Virus wegen der Namahage-Zeremonie verbreitet hat.“

Keine Menschen sollen ausgeschlossen werden

Das Namahage-Fest, das von jedem Bezirk in Oga organisiert wird, wurde 2018 in die Liste des immateriellen Kulturerbes des UNESCO aufgenommen.

Namahage-Masken in Ashizawa sollen von dem berühmten Künstler Taro Okamoto (1911-1996) während seines Besuchs in Oga bewundert worden sein, und sie sind auf dem Werbeplakat der Präfektur Akita als Symbol der Tradition abgebildet.

Takeda sagte, dass es möglich gewesen wäre, das Festival abzuhalten, während man Besucher aus Gebieten mit vielen bestätigten Infektionen abgewiesen hätte. Aber er merkte an, dass es unangemessen wäre, Menschen nur aufgrund ihrer Adresse auszuschließen.

Sowohl Tamaki als auch Takeda sagten, sie könnten sich nicht an einen Silvesterabend ohne die Rufe der Dämonen erinnern.

Nach Angaben der Stadt Oga halten 93 von 148 Zonen in der Gemeinde den Namahage-Ritus ab. Sechs Gebiete hatten bereits beschlossen, das Fest wegen der Pandemie abzusagen, sieben planten noch, den Gottesdienst abzuhalten, und die anderen 80 Bezirke waren sich Ende November noch nicht einig.

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Die bizarr aussehenden Gottheiten werden eigentlich von Haushalten begrüßt, die Speisen und Getränke anbieten, um für Glück im kommenden Jahr zu beten. Man glaubt, dass Namahage die Inkarnation oder Abgesandte einer Gottheit sind.

Die Anzahl der Orte, die das Festival abhalten, war vor allem wegen fehlender Nachfolger zurückgegangen, aber die UNESCO-Registrierung inspirierte einige Gebiete dazu, die Tradition wieder aufleben zu lassen.

Einige Gebiete halten Fest trotzdem ab

Um die wiedereingeführten Veranstaltungen in diesem Jahr doch fortzuführen, führten einige Gebiete Maßnahmen ein, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Der Bezirk Honden hielt 2018 zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahrzehnten das berühmte Fest ab. Im vergangenen Jahr besuchten die Dämonen dort 23 von 65 Haushalten.

Die Hausbesitzer unterhalten die Namahage traditionell mit Alkohol, aber die Gottheiten werden dieses Jahr nur so tun, als würden sie die Getränke verschlingen, um zu verhindern, dass ihre Münder möglicherweise die Becher verunreinigen.

Bild: Namahage Museum
Bild: Namahage Museum

Um zu verhindern, dass Tropfen den Mund der Darsteller verlassen, werden die Schauspieler nur brummen, um untätige Menschen zu warnen. Die Dämonen werden zusätzlich auch Gesichtsmasken unter ihren Kostümen tragen müssen.

„Wir werden die lokale Tradition in dieser neuen Form bewahren“, sagte der Leiter des Hondener Namahage-Vereins.

Der Bezirk Okura, der das Fest 2018 ebenfalls wiederbelebt hat, hat beschlossen, dass die Namahage ein Haus bis zu zehn Minuten lang besuchen dürfen, ohne das Gebäude zu betreten.

Haushalte dürfen keine Speisen oder Getränke anbieten, und nur Einheimische, die die Präfektur seit dem 15. Dezember nicht verlassen haben, können als Namahage dienen.

Mehr Informationen gibt es auf der offiziellen Website des Festivals.

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