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Zentralregierung reagiert erstmals

Dank der Pandemie wird in Japan gegen Periodenarmut gekämpft

Die Pandemie hat viele Menschen in finanzielle Schwierigkeiten gebracht. Aus dem Grund sind in Japan immer mehr Menschen auf das Thema Periodenarmut aufmerksam geworden und versuchen zu helfen.

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Unter dem Begriff der Periodenarmut ist zu verstehen, dass Personen nicht ausreichend Geld haben, um sich Menstruationsprodukte zu kaufen. Da es dieses Problem bereits seit Jahren gibt, sind viele sehr froh, dass aufgrund der Pandemie Maßnahmen ergriffen werden.

Es geht um mehr, als nur Menstruationsprodukte

Nachdem bereits mehrere Gemeinden selbstständig Aktionen mit kostenlosen Hygieneartikeln gestartet haben, entschied die Zentralregierung letzten Monat, dass sie 1,3 Milliarden Yen zur Unterstützung von Menstruierenden sichern wollen, die sich die Produkte nicht leisten können.

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Sich mit Periodenarmut auseinander zu setzten, ist in Japan aber auch eine Frage der Gleichstellung der Geschlechter. Unter den Industrieländern hat Japan den größten Gender Gap bei der Bezahlung, weswegen besonders junge Frauen in der Pandemie einen Einkommensrückgang verzeichnen.

Das ist auch der Grund, wieso sich die Periodenarmut nun massiv verstärkt hat und die Zuständigen regelrecht zum Handeln gezwungen werden. Die letzten Jahre hat sich nämlich kaum jemand für das Problem interessiert und gleichzeitig haben Betroffene aus Scham geschwiegen.

Japan soll Periodenarmut dauerhaft bekämpfen

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Aktivisten weisen darauf hin, dass es trotz der aktuellen positiven Entwicklungen noch viel zu tun gibt, denn die Periode bleibt in Japan immer noch ein großes Tabuthema. Es gibt immer noch den religiös geprägten Glauben, dass die Menstruation etwas Unreines sei und dass sich die Betroffenen dafür schämen sollten.

Hikaru Tanaka betonte deswegen, dass das Ende der Pandemie auch nicht das Ende der Bemühungen bedeuten darf. Andere Länder haben bereits erkannt, dass es dauerhaft eine Lösung geben muss. So hat Schottland beschlossen Menstruationsprodukte für alle kostenlos anzubieten.

Tanaka möchte, dass sich in Japan vor allem auf die Kinder fokussiert wird, die wegen der fehlenden Produkte unter anderen Mobbing ausgesetzt sind. Eine Studie zeigte kürzlich, dass mehr als ein Viertel der Schülerinnen und Studentinnen sich nicht die Produkte leisten können. Angebote in Schulen könnten deswegen die einzige Möglichkeit sein, dass Kinder die Produkte bekommen.

Steuersatz soll gesenkt werden

Während Tanaka für kostenlose Produkte ist, fordert eine Petition von der Gruppe #Minna no Seiri mit bereits mehr als 67.000 Unterschriften eine Senkung des Steuersatzes. Seit dem erhöhten Verbrauchsteuersatz, müssen bei Hygieneartikeln zehn statt acht Prozent gezahlt werden, obwohl sie Dinge des täglichen Lebens sind.

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Ayumi Taniguchi, der Vorsitzende der Organisation, erklärt, dass die bisherigen Bemühungen nicht ausreichen. Einige fühlen sich sehr unwohl, dass sie die kostenlosen Produkte direkt bei Stadtmitarbeitern abholen müssen. Ebenfalls sind sie in einigen Gemeinden nur begrenzt vorhanden.

Sie möchte deswegen erreichen, dass Menstruationsprodukte für alle Bedürftigen leicht zugänglich sind und das Unabhängig vom Einkommen und Geschlechtsidentität. Bis dahin dürfte es in Japan allerdings noch ein langer Weg sein.

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