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HomeNachrichten aus JapanDank Homeoffice wollen immer mehr Menschen in Japan aufs Land ziehen

Auf dem Land wohnen und in der Stadt arbeiten

Dank Homeoffice wollen immer mehr Menschen in Japan aufs Land ziehen

Durch die Pandemie hat sich in Japans Arbeitswelt etwas bewegt, wenn auch langsam, denn viele Firmen haben damit begonnen auf Homeoffice zu setzen.

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Die langsame Auflockerung des Arbeitsstils in Japan ist natürlich für die arbeitende Bevölkerung gut, denn die straffen Strukturen haben einige Nachteile, aber gerade das Homeoffice hat noch einen anderen Nebeneffekt: Viele Menschen ziehen aus der hektischen Stadt auf das ruhige Land.

Ländliche Gebiete profitieren von Firmen, die Homeoffice einführen

Die ländlichen Gebiete in Japan leiden schon lange darunter, dass immer mehr Menschen in die Städte ziehen. Die Regierung versucht zwar etwas gegenzusteuern, hat sich aber zu lange Zeit gelassen und so sterben Dörfer in Japan immer mehr aus. Dabei haben die ländlichen Regionen viel zu bieten.

Sollte sich nun ein Trend abzeichnen, dass sich der Arbeitsstil in Japan nachhaltig verändert und sich Homeoffice weiter durchsetzt, könnten sich immer mehr Menschen entschließen, in ländliche Gemeinden zu ziehen.

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Der Grund für diesen Entschluss, aus der Stadt zu ziehen ist dabei denkbar einfach: die Kosten. In Städten wie Tokyo sind die Lebensunterhaltskosten hoch, deutlich höher als auf dem Land.

Das ist auch der Grund, wieso der 26-jährige Shuichi Nagao in die Stadt Odawara gezogen ist. Nagao arbeitet in einer Personalabteilung eines großen IT-Unternehmens in Tokyo. Das Unternehmen hat Homeoffice als Reaktion auf die Pandemie eingeführt.

Im März entschloss sich Nagao seine Wohnung im Stadtteil Shibuya zu kündigen und nach Odawara zu ziehen, wo die Lebensunterhaltskosten niedriger sind.

Sein Unternehmen hat sich dazu entschlossen, Homeoffice weiterhin zu fördern.

Ein weiterer Vorteil für ihn: Er lernt nun schneller Menschen kennen.

So geht es auch anderen Arbeitnehmern, überwiegend in der IT-Branche, wo man eh den ganzen Tag vor einem PC sitzt und Videochats usw. kein Problem darstellen.

Aber nicht nur berufstätige Erwachsene überlegen, die Großstadt zu verlassen. Da immer mehr Universitäten Onlinekurse anbieten, entscheiden sich mittlerweile auch viele Studenten dafür, aufs Land zu ziehen.

Einer der Hauptgründe für diesen Entschluss ist, dass viele Städte wie Tokyo als kalt eingeschätzt werden. Es ist schwer Menschen kennenzulernen, das funktioniert in einer dörflichen Gemeinde besser.

Bereitschaft, aufs Land zu ziehen, steigt

Das Unternehmen Gakujo Co., das Informationen zur Jobsuche bereitstellt, führte zwischen dem 24. April und 1. Mai eine Umfrage zwischen Usern in den Zwanzigern durch, die ihren Arbeitsplatz wechseln möchten.

Die Umfrage ergab, dass 36 Prozent der Befragten angaben, dass sie in regionalen Gebieten einen neuen Arbeitsplatz finden möchten. Ein Anstieg von 14 Prozent gegenüber einer Umfrage im Februar.

In Japan gab es immer mal wieder kleinere Wellen von Umzügen in die ländlichen Gebiete, die aber schnell verebbten, da der Umzug auch immer ein Arbeitsplatzwechsel bedeutete. Durch die Pandemie ist es einfacher geworden, da Homeoffice es leicht macht, umzuziehen.

Für die ländlichen Regionen in Japan könnte dies die Rettung vor dem Aussterben sein.

 

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