Stats

Anzeige
Home News Das Coronavirus und die Auswirkungen der Panikkäufe

Preisanstieg bei Dingen des täglichen Lebens erwartet

Das Coronavirus und die Auswirkungen der Panikkäufe

In Japan kam es aufgrund von Gerüchten zu Panikkäufen von Toilettenpapier und vielen anderen Produkten des täglichen Lebens. Trotz der Versuche der japanischen Regierung und der Hersteller, die Bevölkerung zu beruhigen, kaufen viele immer noch große Mengen. Doch diese Lagerhaltung kann Folgen haben.

Nikkai Business vermutete, dass die Panikkäufe nach dem Ausbruch des Coronavirus in Japan zum Teil durch das kollektive Gedächtnis der Menschen beeinflusst werden könnten.

Erinnerungen an Katastrophen verleiten zu Panikkäufen

Insbesondere bei älteren Generationen, die nach dem „Ölschock“ nach dem arabisch-israelischen Krieg von 1973 einen Mangel an Haushaltsgütern erlebten. Auch die Erinnerung an die Katastrophe von 2011 führt dazu, dass Menschen sich mit vielen Dingen bevorraten.

Ein älterer Einwohner des Tokyoter Stadtteils Mitaka, der zwei 18-Rollen-Pakete Toilettenpapier und zwei Fünfer-Pakete Taschentücher kaufte, antwortete auf den Grund dafür: „Meine Frau und mein Sohn sagten mir, dass das Toilettenpapier für die Nacht knapp sei. Auf den Hinweis, dass die Menge nur für ihn und seine Frau sehr viel zu sein schien, antwortete der Mann: „Nun, ich könnte einen Teil davon mit der Familie meines Sohnes teilen“.

Mehr zum Thema:
Wiederverkauf von Gesichtsmasken kann in Japan nun mit einem Jahr Gefängnis bestraft werden

Kazuya Nakayachi, Professorin an der psychologischen Fakultät der Doshisha Universität, erzählt dem Mainichi Shimbun am 1. März: „Menschen, die von möglichen Engpässen hören, kaufen immer doppelt so viele Artikel, was in Wirklichkeit dazu beiträgt, dass die Knappheit entsteht und die Waren aus den Geschäften verschwinden. Dann kaufen andere Menschen, die das Geschehen beobachten, ebenfalls großen Mengen und es wird zu einem sozialen Phänomen.“

„Wenn die betreffenden Artikel billig genug sind, dass man auch beim Kauf großer Mengen keinen Verlust erleidet, dann sehen die Menschen darin nichts Seltsames, solange es sich um etwas handelt, das in ihrem Leben definitiv nützlich ist“, fügt Nakayachi hinzu. Seine Erklärung gilt auch für andere Länder, in denen Panikkäufe stattfinden, darunter auch Deutschland.

Japans Papierhersteller gaben bereits öffentlich bekannt, dass an den Gerüchten über eine drohende Verknappung nichts dran ist und ihre Produkte nicht – wie behauptet – aus China stammen.

Händler rechnen mit Preiserhöhungen

Um zu demonstrieren, wie große Einzelhändler sich bemühen die Öffentlichkeit zu beruhigen, berichtete Yukan Fuji am 7. März, dass ausgewählte Verkaufsstellen von Aeon Co. und Ito Yokado Co. beträchtliche Flächen für Toilettenpapier reserviert haben. Ein Sprecher von Aeon hofft, dass bis zum Wochenende landesweit wieder Normalität eingekehrt ist.

Der Sprecher hob die Wahrscheinlichkeit hervor, dass sich auch ein Mangel an anderen Waren abzeichnet. Artikel wie Frühjahrsmode, Fahrräder, Vinylschirme, Smartphone-Peripheriegeräte und Gemüse könnten bald nicht mehr erhältlich sein.

„Im Bekleidungshandel haben sich die Bedenken verstärkt, dass sich ab April die Lieferung von Frühjahrs- und Sommermodeartikeln verzögert“, so Yoshiki Hayashi von WWD Japan, einem Herausgeber von Fachzeitschriften. „Siebzig Prozent der in Japan verkauften Kleidung kommt aus China. Zusammen mit notwendigen Artikeln wie Stoff, Garn, Knöpfen und Verschlüssen und so weiter. Selbst wenn die Produktion von Markenartikeln wieder aufgenommen wird, wenn nur eine Phase der Produktion unterbrochen wird, werden keine fertigen Produkte geliefert.

Ein Mitarbeiter eines Handelsunternehmens sagt unterdessen, dass Fahrräder, die im April auf den Markt kommen sollen, knapp sind. Etwa 85 Prozent davon werden aus China bezogen, aber seit Januar sind keine neuen Lieferungen mehr eingetroffen. „Gleiches gilt für Vinylschirme, die zu 99 Prozent aus China kommen“, fügt er hinzu. „Es sieht so aus, als ob es bis zur Regenzeit, die im Juni beginnt, einen Engpass geben wird“.

Die Preise für Tiefkühlkost, Zwiebeln und Knoblauch, die ebenfalls aus China geliefert werden, werden steigen. „Wir sind besorgt, dass die normalen Haushalte begonnen haben, Produkte zu horten“, wird der Manager eines Restaurants in Tokyo zitiert.

Auswirkungen der fehlenden Touristen

Während viele mit Preiserhöhnungen bei Lebensmitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs rechnen, führen die sinkenden Touristenzahlen bei anderen Produkten zu einem Preisrückgang.

Ein Beispiel ist Dosenbier. Die Lager der Händler sind zurzeit wegen der kommenden Kirchblütenzeit voll. Da es allerdings Einschränkungen geben wird, wird das Bier voraussichtlich stark reduziert verkauft werden.

Weitere Artikel, die voraussichtlich zu erheblich reduzierten Preisen verkauft werden, sind preisgünstige Thunfischstücke, mit grünem Pulvertee aromatisierte Süßigkeiten und Premiumsorten von Instant-Ramen-Nudeln. Aufgrund des Rückgangs der ausländischen Besucher werden Luxus-Reiskocher und hochpreisige Armbanduhren japanischer Marken sowie Sportausrüstung, Kameras und Geschirr wahrscheinlich stark ermäßigt sein.

TJT, Kyodo, AS, MA

  • Lesen Sie mehr zum Thema:
  • Thema
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren:

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Anzeige