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HomeNachrichten aus JapanDemonstranten in Tokyo fordern Freilassung von Ausländern in den Einwanderungsbehörden

Familienmitglieder fordern die Freilassung von ihren Verwandten

Demonstranten in Tokyo fordern Freilassung von Ausländern in den Einwanderungsbehörden

In den letzten Jahren stand Japan mehrmals in der Kritik wegen des Umgangs mit Ausländern. Besonders die grundlose Inhaftierung von ausländischen Staatsbürgern über einen langen Zeitraum hinweg sowie die schlechten Zustände in den Einrichtungen sorgten bereits für internationale Empörung. Deswegen kam es am Donnerstag in Tokyo zu einer Demonstration, bei der zahlreiche Menschen die Freilassung der Inhaftierten forderten.

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Acht Organisationen organisierten die Demonstration, an der fast 100 Menschen teilnahmen. Darunter befanden sich Angehörige von Inhaftierten, die seit Monaten auf die Familienmitglieder warten. Eine kurdische Frau fordert die Freilassung ihres Mannes. Er ist mittlerweile so verzweifelt, dass er glaubt, dass er nur noch mit einem Hungerstreik seine Freilassung erreichen kann. Die Situation wird dabei immer ernster laut seiner Frau, da er bereits acht Kilogramm abgenommen hat.

Viele warten mehr als sechs Monate in der Einrichtung

Der Mann trat schon im Juli in dem Higashi Nihon Einwanderungszentrum in Ushiku, Ibaraki in den Hungerstreik. Sein Vergehen war dabei, dass er unerlaubt gearbeitet hatte, um seine Familie zu versorgen. Tatsächlich durfte er im Oktober nach zwei Jahren zurück zu seiner Frau. Das Glück hielt jedoch nicht lange und nach nur zwei Wochen kam er wieder in Haft, obwohl Ärzte dringend davon abrieten. Der Mann leidet an Epilepsie und braucht eine Langzeitbehandlung. Die Ehefrau fleht deswegen die Behörden an, ihren Mann endlich gehen zu lassen, der laut ihr kein Verbrecher ist.

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So wie dem kurdischen Paar geht es leider vielen ausländischen Menschen in Japan. Die Zahl der Personen, die länger als sechs Monate in den Einrichtungen sitzen, ist rasant angestiegen. Laut Kozue Osako vom Catholic Toyko International Center befanden sich bis Ende Juni mehr als 90 Prozent der Menschen in Ushiku länger als sechs Monate in der Einrichtung.

Menschenrechtsorganisationen und die Vereinten Nationen verurteilen die langen Haftzeiten scharf, genau wie den teilweise unmenschlichen Umgang mit den Inhaftierten. Die meisten haben dabei nicht einmal wirklich ein Verbrechen begangen. Die Situation hat sich jedoch für Ausländer seit 2015 verschlechtert, nachdem die Behörden die Bedingungen für vorläufige Entlassungen verschärften.

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Viele Inhaftierte leiden gesundheitlich und mental sehr in den Zentren. Einige versuchen deswegen, sich mit Hungerstreiks Gehör zu verschaffen oder nehmen sich aus Verzweiflung das Leben. Zwischen Juli und August befanden sich um die 100 Personen im Hungerstreik. Aus Angst vor weiteren Todesfällen, die Schlagzeile machen, ließen einige Einrichtungen die Personen kurzfristig frei, nur um sie dann gleich wieder festzunehmen. Die Menschen auf der Demonstration und Osako fordern deswegen ebenfalls von den Behörden, endlich die Menschenrechte der Ausländer zu achten.

JP

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