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Der UN-Ausschuss für Kinderrechte weitet Kinderpornografie auf fiktive Kinder aus

Der UN-Ausschuss für Kinderrechte arbeitet zurzeit an einer neuen Leitlinie für den Schutz der Kinder vor Verkauf, Prostitution und Pornografie. Diese Richtlinien beinhalten auch explizit gezeichnete und animierte Kinderpornografie mit fiktiven Kindern.

Das OPSC (Optional Protocol on the Sale of Children, Child Prostitution and Child Pornography) definierte Kinderpornografie bisher als Darstellungen von echten Kindern in jeglicher Form. Das beinhaltet auch gezeichnete Bilder, aber nur von echten Kindern und nicht wie in Anime und Manga üblich von fiktiven Charakteren. An den Punkt setzt die Neuregelung an, so umfasst die Definition jetzt auch nicht-real-existierende Kinder.

Das Ziel der Änderungen ist auch, „simulierte explizite sexuelle Aktivitäten“ im Bezug auf Kinder zu unterbinden. Der Ausschuss geht davon aus, dass solche Darstellungen zur Normalisierung der Sexualisierung von Kindern beitragen und die Nachfrage nach sexuellem Kindesmissbrauch anregen.

Wie erfolgt die Umsetzung?

Der bisherige OPSC-Vertrag fordert alle Vertragsstaaten auf, dies schließt Deutschland und Japan mit ein, gegen jegliches betroffene Material zu kämpfen und entsprechende Gesetze zu erlassen. Durch den neuen Entwurf betrifft dies natürlich auch explizite Darstellungen in Manga und Anime. Die Konvention hat selber keine Rechtsgültigkeit, dafür muss sie erst im Fall von Deutschland in europäisches oder nationales Recht umgewandelt werden.

Der OPSC-Vertrag empfiehlt, dass jeweilige Rechtsverstöße im Ausland ebenfalls verfolgt werden. Bei einer Neuregelung würde das auch den Erwerb von kinderpornografischem Material mit fiktiven Charakteren umfassen, also auch in Manga.

In Japan wird gerade das Einbeziehen von nicht-real-existierenden Kindern kritisch gesehen. Deswegen ist es auch ungewiss, ob Japan das Fakultativprotokoll in der Form umsetzt. Der ehemalige Abgeordnete Tarō Yamada sprach sich z. B. auf Twitter dafür aus, diesen Punkt nicht in ein nationales Gesetz umzuwandeln.

Der Ausschuss sammelt im aktuellen Stadium Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge zur weiteren Überarbeitung des Entwurfs. Alle interessierten Parteien, dies schließt den normalen Bürger mit ein, können sich an diesem Prozess beteiligen.

Die Arbeiten ergänzen die UN-Kinderrechtskonvention (ORC) aus dem Jahr 1989 und das Fakultativprotokoll über den Verkauf von Kindern, Kinderprostitution und Kinderpornografie (OPSC) aus dem Jahr 2000.

Der Ausschuss für Kinderrechte gehört organisatorisch zum Büro des hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte.

Quelle: United Nations’ Committee on the Rights of the Child’s website via Yurukuyaru, My Game News Flash

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