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HomeNachrichten aus JapanDesinfektionsmittel und Gesichtsmasken werden zu idealen Steuergeschenken in Japan

Gemeinden versuchen den Mangel der Produkte ein wenig auszugleichen

Desinfektionsmittel und Gesichtsmasken werden zu idealen Steuergeschenken in Japan

Nach wie vor ist der Bestand an Gesichtsmasken und Desinfektionsmittel in Japan knapp. Die Produkte sind deswegen äußerst gefragt und einige versuchen mit ihnen ordentlich Profit zu machen. Auch Gemeinden nutzen die Gunst der Stunde und bieten die Artikel als Steuergeschenke an, mit Erfolg.

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Das japanische Furusato Nōzei-System erlaubt es den Menschen selbst zu entscheiden, wo ein Teil ihres Geldes hingehen soll. Gemeinden bieten für das Geld kleinere oder größere Geschenke, abhängig von der Summe, als Dankeschön an. In den meisten Fällen handelt es sich um lokale Produkte, die in Verbindung mit der Gemeinde stehen. Die Stadt Sennan in Osaka setzt jedoch nicht auf Früchte oder Fleisch, sondern auf Gesichtsmasken und Desinfektionsmittel.

Mehrere Liter Desinfektionsmittel als Dankeschön

Seit Anfang des Monats bieten sie handgefertigte Mullmasken an. Sie werden von einem Handtuchhersteller produziert, der in letzter Zeit mit preisgünstigen Handtüchern aus China zu kämpfen hatte. Die Stadt wirbt damit, dass die Masken bequem und saugfähig sind. Dazu werden sie mit traditioneller lokaler Technologie produziert, wie Masakit Ito, Beamter zur Förderung der Politik, erklärte. Sie hoffen, dass sie mit der Herstellung ein wenig den Mangel an Gesichtsmasken reduzieren können.

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Tatsächlich ist das Produkt so gefragt, dass die Bestellungen für den Mundschutz ausgesetzt sind, da die Stadt mit der Produktion nicht nachkommt. Insgesamt gingen innerhalb von zwei Wochen 700 Steuerspenden bei der Stadt ein. Sennan ist allerdings nicht die einzige Gemeinde, die Hygieneprodukte in der Zeit des Covid-19 anbietet.

Die Stadt Saga in der gleichnamigen Präfektur, hat zwar keine Masken im Angebot, dafür jedoch große Mengen an Desinfektionsmittel. Für umgerechnet 170 Euro gibt es als Dankeschön 20 Liter Desinfektionsmittel. Auch hier scheint das Interesse groß zu sein, da die Zahl der Spenden fast genauso hoch ist wie bei anderen beliebten Geschenken, darunter Rindfleisch und Reis.

Nachfrage wird wohl weiter steigen

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Andere Gemeinden bieten neben Desinfektionsmittel und Masken ebenfalls noch Toilettenpapier an. Eine Webseite von Colleagues Inc., die alle Geschenke auflistete, bestätigt dabei die enorme Nachfrage. Diesen Monat haben sich dreimal so viele Menschen für derartige Produkte entschieden wie im letzten Dezember.

Der Leiter des Unternehmens hinter der Seite, Kota Fukuda, erklärt, warum die Angebote so beliebt sind. Menschen können einkommensschwachen Kommunalverwaltungen mit nur geringen Summen, dank der Steuererleichterung, helfen. Gleichzeitig bekommen sie dafür noch stark gefragte Produkte als Dank. Fukuda ist sich dabei sicher, dass die Nachfrage in dem Bereich vorerst weiter steigt. Ein Ende der Pandemie ist nämlich noch nicht in Sicht.

Kyodo

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