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Falsche Angaben bei der Bewerbung, schlechte Organisation und Plagiatsvorwürfe

Die lange Liste der Pannen bei den Olympischen Spielen in Tokyo

Die Liste der Pannen bei den Olympischen Spielen in Tokyo ist lang und wurde durch den Rücktritt des 83-jährigen Chefs des Organisationskomitees wegen seiner sexistischen Äußerungen mal wieder länger.

Die Liste enthält eigentlich alles, was einen guten Wirtschaftskrimi ausmacht – von Bestechung über falsche Angaben bis hin zu organisatorischen Fehlern ist alles dabei.

Bau des Nationalstadions war die erste Panne

Bereits im Juli 2015 lösten die Kosten für den Bau des neuen Nationalstadions öffentliche Kritik aus. Damals sah sich die japanische Regierung gezwungen, den ursprünglichen Plan fallen zu lassen und ein neues Ausschreibungsverfahren zu starten.

Mehr zum Thema:  Sexistische Äußerungen ruft Sponsoren der Olympischen Spiele auf den Plan

Daraufhin begann der Bau mit 14 Monaten Verspätung und das 60.000 Zuschauer fassende Stadion wurde nicht rechtzeitig fertig, um dort Spiele während der Rugby-Weltmeisterschaft 2019 in Japan auszutragen.

Skandal ums Logo

Dem Stadion-Wirrwarr folgte im September das Fiasko um die Logos der Spiele. Der Gewinner des ursprünglichen Designwettbewerbs, Kenjiro Sano, zog seinen Vorschlag zurück, nachdem der belgische Designer Olivier Debie ihn des Plagiats bezichtigt hatte.

Das Logo, das erst zwei Monate zuvor ausgewählt worden war, war das Ergebnis eines Auswahlprozesses, der wegen seiner mangelnden Transparenz kritisiert wurde. Die Organisatoren begannen erneut mit einem offenen, landesweiten Wettbewerb, einschließlich eines gründlicheren Überprüfungsprozesses, bevor sie das jetzige Design auswählten.

Zwischendurch kam dann auch noch heraus, dass der ehemalige Gouverneur, der an der erfolgreichen Bewerbung Tokyos beteiligt war, Geld von einem Krankenhausbetreiber erhalten hat.

Von wegen mild und sonnig

2019 wurde dann klar, dass die Aussagen, die in der Bewerbung von Tokyo für die Spiele gemacht wurden, nicht zutrafen. In der Bewerbung wurde das Sommerwetter als mild und sonnig angepriesen, aber bei einer Testveranstaltung zeigte sich, das Wetter ist eher heiß und feucht.

Im Oktober 2019 nahm das Internationale Olympische Komitee die Sache selbst in die Hand und verlegte die Strecken für Marathon und Gehen in die Stadt Sapporo. Die Hitze ließ die Kosten für die Spiele übrigens noch einmal ansteigen. Dann kam das Coronavirus und die Spiele mussten verschoben werden. Aber natürlich kam es auch in dieser Zeit zu einigen Pannen.

Am 23. März 2019 wurde die Flamme für die Spiele in Tokyo in Griechenland angezündet, aber der Lauf wurde schnell abgebrochen, nachdem eine unerwartete große Menschenmenge zuschauen wollte.

Zu viele Menschen beim Fackellauf

Ein gecharterter Flug brachte die Flamme am 20. März nach Japan, vier Tage bevor die Verschiebung bekannt gegeben wurde. Es war das zweite Mal, dass eine Olympiade in Tokyo nicht wie geplant stattfinden konnte. Japan war als Gastgeber für die Olympischen Spiele 1940 ausgewählt worden, verzichtete aber aufgrund des Krieges mit China auf die Austragung.

Obwohl man nicht mehr von einer Pleite sprechen kann, kommt noch hinzu, dass die japanische Regierung mit aller Macht die Spiele stattfinden lassen will. Die Bevölkerung des Landes sieht das allerdings etwas anders, wie mehrere Umfragen zeigen.

Auch außerhalb von Japan stehen die Spiele daher in der Kritik, von der sich Japans Premierminister und das IOC allerdings nicht beirren lassen. Das Mori zurücktreten musste, ist übrigens auch nicht die erste Panne direkt im Organisationskomitee.

Wir machen die Olympischen Spiele, auch wenn ihr es nicht wollt

Der ehemalige Chef des japanischen Olympischen Komitees, Tsunekazu Takeda, trat im Juni 2019 zurück und verließ das IOC, nachdem die französischen Behörden gegen ihn wegen Korruption im Zusammenhang mit einer Zahlung von 2 Millionen Dollar an einen in Singapur ansässigen Berater ermittelt hatten.

Eine weitere Panne war übrigens die Verlosung der Tickets, denn es gab zu wenig und das Sponsoren sehr viele bekommen hatten, sorgte auch für Kritik. Allgemein lief auch einiges beim Bau der Veranstaltungsorte nicht richtig, wie Journalisten herausgefunden hatten.

Noch sind die Spiele nicht gestartet und es steht immer noch nicht zu 100 Prozent fest, ob sie überhaupt stattfinden werden. Aber bis zum Starttermin ist noch viel Zeit und diese Zeit wird man bestimmt nutzen, um die Liste der Pannen zu verlängern.

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