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Wochenrückblick

Die Woche in Japan: Gesetzesänderungen, steigende Kriminalitätsrate und die Inflation

Auch in dieser Woche tagt das Parlament in Japan und es wurden einige Gesetzesänderungen eingebracht. Außerdem hat die Regierung eine Idee, wie man leer stehende Häuser nutzen kann.

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Dazu gab es eine Statistik über die Kriminalität 2022 in Japan und eine Statistik, die die gedrückte Stimmung der Verbraucher wahrscheinlich noch ein wenig mehr trübt.

Leichter „minpaku“ vermieten

Die japanische Regierung hat diese Woche beschlossen, dass die Vermietung von „minpaku“ (leer stehende Häuser), erleichtert werden soll. Eine solche Wohnung braucht einen Verwalter, doch es gibt nur wenige und die Anforderungen sind aktuell sehr hoch.

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Das soll sich nun aber ändern, in der Hoffnung, dass mehr „minpaku“ auf dem Land vermietet und dadurch auch mehr Touristen angelockt werden.

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Dann hat die Regierung beschlossen, das Warnsystem für extreme Hitze (Temperaturen über 35 Grad) zu verbessern und Einrichtungen, die gut klimatisiert sind, als Abkühlungszone auszuweisen. Laut der japanischen Regierung reagiert man so auf die steigenden Temperaturen, die der Klimawandel nach Japan bringt.

Leer stehende Häuser sollen genutzt werden

Japan hat ein Problem mit leer stehenden Häusern (worüber wir vor einiger Zeit bereits berichteten). Das Problem dabei ist, dass es immer mehr werden.

In dieser Woche hatte die japanische Regierung jedoch die Idee, Zonen einzurichten, in denen leer stehende Häuser anderweitig genutzt werden können. Also zum Beispiel als Café oder Hotel.

Gleichzeitig sollen Gemeinden solche Häuser, die baufällig sind, einfacher abreißen können. Aktuell ist das ein behördlicher Kraftakt, der dann wegfällt.

Verbrechensrate in Japan steigt

In den vergangenen 20 Jahren ist die Verbrechensrate in Japan gesunken, aber damit ist nun Schluss. Laut den vorläufigen Daten der nationalen Polizeibehörde ist die Rate nämlich wieder gestiegen.

Als Grund nannte man das Ende der Pandemie-Maßnahmen, wodurch die Menschen wieder aktiver geworden sind.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 601.389 Verbrechen gemeldet, ein Anstieg von 5,9 Prozent. In jeden Bereich, also Verdacht auf Misshandlung von Minderjährigen, häusliche Gewalt, Stalking. Straßenkriminalität, schwere Verbrechen und Cyberkriminalität, wurde ein Anstieg verzeichnet.

Wohin mit dem Sushi?

Sushi kennt wahrscheinlich jeder. Zwar ist das gesunde Fast Food bei uns nicht so beliebt wie Döner, aber es gehört zu den bekanntesten Dingen aus Japan.

Dementsprechend gibt es in Japan auch sehr viele Sushi-Restaurants, und der Markt ist umkämpft. So umkämpft, dass sich einige Restaurant-Ketten dazu entschieden haben, ins Ausland zu expandieren, um von der immer größer werdenden Bekanntheit von Sushi zu profitieren.

Ach, und weil wir schon dabei sind, in Japan gibt es einen neuen recht ekelhaften Trend: unhygienisches Verhalten von Kunden. Eine Sushi-Kette hat nun genug und hat Strafanzeige gegen einen Kunden gestellt, der Tassen und Sushi auf einem Fließband angefasst und abgeleckt hatte.

Es wird noch teurer in Japan

Eine Statistik haben wir noch für euch und die besagt, dass die Preise für Lebensmittel in diesem Jahr schneller steigen werden als 2022.

Laut Teikoku Databank, eines der größten Marktforschungsunternehmen in Japan, werden die Preise von 12.054 Produkten steigen, weniger als im vergangenen Jahr, aber bis April werden rund 10.000 Lebensmittel teurer und das ist ein deutlich schnellerer Anstieg als im vergangenen Jahr.

Mehr Windenergie bitte

Japan hat sich zum Ziel gesetzt, mehr Ökostrom zu produzieren, doch der Platz für Offshore-Windparks ist knapp. Also hat man diese Woche beschlossen, ein Gesetz zu verabschieden, dass den Bau dieser Parks in der ausschließlichen Wirtschaftszone ermöglichen soll.

Aktuell werden solche Parks innerhalb von 22 Kilometern vor der japanischen Küste errichtet. Die Wirtschaftszone erstreckt sich allerdings über 200 Kilometer.

Premierminister wieder in der Kritik

Es vergeht keine Woche, in der der japanische Premierminister nicht in der Kritik steht. Dieses Mal für einen Ausflug seines Sohnes, der auch sein Sekretär auf einer offiziellen Reise ist.

Sein Sohn wurde beauftragt, Geschenke zu kaufen und nutze dafür natürlich die staatlichen Ressourcen, was nicht ganz so gut vom Parlament aufgenommen wurde.

Ganz schön teure Autobahnen

Japans Autobahnen sind zwar besser in Schuss, als unsere in Deutschland, das heißt aber nicht, dass sie nicht auch reparaturbedürftig sind.

Eine Sicherheitsprüfung in dieser Woche hat nun ergeben, dass man 1,5 Billionen Yen (ca. 10,5 Milliarden Euro) mehr benötigt, um sie auszubessern. Insgesamt sind fast 500 Kilometer stark beschädigt und man geht davon aus, dass viele Schäden noch nicht entdeckt wurden.

Und sonst so diese Woche?

Der Bevölkerungszuwachs Tokyos hat wieder angezogen, was der Regierung gar nicht gefallen dürfte, will man doch die Bevölkerungskonzentration in der Metropole endlich brechen.

In Japan wurde ein intelligenter Koffer getestet, der Blindenhunde ersetzen soll.

Und ein Atomreaktor wurde nach einem Alarm heruntergefahren.

Übrigens, noch mehr Japan gibt es immer mittwochs in unserem Podcast „Rolling Sushi“, den ihr auf allen gängigen Streamingplattformen, zum Beispiel Spotify, findet.

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