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Unternehmen üben Druck aus

Diskriminierung von ungeimpfen Arbeitnehmern nimmt in Japan zu

Immer mehr Menschen, besonders Arbeitnehmer, in Japan beschweren sich über Diskriminierung, weil sie sich nicht impfen lassen wollen oder es nicht können.

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Das Problem dieser sogenannten „Impfschikane“ (wakuhara) ist mittlerweile ein immer größer werdendes Problem, immer öfter werden Fälle bekannt, dass Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer dazu zwingen, sich impfen zu lassen. Auch der Gruppenzwang löst immer mehr Druck aus. Ein Grund dafür sind Berichte, dass Impfverweigerer die Zurückhaltung in Japan verschlimmern könnten.

Immer mehr Menschen beschweren sich über Diskriminierung

In einem Bericht aus dem letzten Monat der Japan Federation of Bar Associations heißt es, dass die Anfragen von Menschen, die am Arbeitsplatz oder in der Universität diskriminiert werden, weil sie sich bisher geweigert haben, sich impfen zu lassen, zunehmen.

Nicht wenige Anrufer sagten, dass sie von ihren Arbeitgebern unter Druck gesetzt oder gezwungen wurden, sich impfen zu lassen. Einige berichteten, dass ihnen mit einer Versetzung oder Entlassung gedroht wurde.

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Der Bericht beschreibt einen Fall einer Krankenschwester. Der Frau wurde nahegelegt zu kündigen, nachdem sie sich geweigert hatte, sich impfen zu lassen. Erst nach behördlichen Druck gab das Krankenhaus nach.

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Diese Impfpflicht durch die Hintertür ist Japan verboten, denn da die Corona-Impfung in Japan nicht verpflichtend ist, gibt es keine rechtliche Grundlage, einen Arbeitnehmer zu kündigen, weil er sich nicht impfen lassen möchte. So eine Kündigung ist nach japanischen Arbeitsrecht Amtsmissbrauch.

Zwang zum Impfen ist unzulässig

Unternehmen können maximal einen ungeimpfen Mitarbeiter versetzten, damit sie weniger physischen Kontakt zu Kunden haben, mehr allerdings nicht. Allerdings ist dies auch nur bei Berufen, bei denen ein Sicherheitsrisiko besteht, ohne mögliche rechtliche Konsequenzen.

Beispielsweise könnte man in einem Krankenhaus erklären, dass man so vermeiden möchte, dass es zu einem Viruscluster kommt. Allerdings kann ein Arbeitnehmer trotzdem klagen, denn das Gesundheitsministerium schreibt auch für Mitarbeiter im Gesundheitswesen keine Impfung vor.

In einer Erklärung der japanischen Regierung heißt es dazu, dass es Unternehmen zwar nicht verboten ist, Mitarbeiter zum Impfen zu ermutigen, aber die Entscheidung, ob man sich impfen lässt, muss der Arbeitnehmer allein treffen. Außerdem wurde verboten, dass man den Impfstatus bei einem Vorstellungsgespräch abfragen darf. Vielen Vorgesetzten scheint dies aber egal zu sein.

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