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Dorf will so Arbeitsplätze schaffen

Dorf in Hokkaido will Japans zweites Atommüllendlager bauen

Das Dorf Kamoenai in Hokkaido erwägt den Bau eines Atommüllendlagers für hoch radioaktive Abfälle, hieß es am Freitag bei einer Pressekonferenz. Nachdem sich in letzter Zeit die Bevölkerungsanzahl verringert und die Industrie sich verschlechtert hat, soll ein neues Atomendlager den Aufschwung wiederbringen.

Kamoenai ist die zweite Gemeinde in Japan, die diesen Prozess in Betracht zieht. Die Stadt Suttsu, ebenfalls in Hokkaido, war die erste Gemeinde, die dies tat, nachdem die japanische Regierung im Jahr 2017 Einzelheiten über Gebiete veröffentlicht hatte, die sie für Atomendlager geeignet hält.

Handelskammer reicht Petition für den Bau des Lagers ein

Das Verfahren zur Auswahl eines Atommüllendlagers wird in drei Schritte gegliedert, eine „schriftliche“ Untersuchung, eine „vorläufige“ Untersuchung und eine „detaillierte“ Untersuchung. Kamoenai erwägt, sich für den ersten Schritt zu bewerben, die schriftliche Untersuchung.

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Wie die Dorfversammlung von Kamoenai mitteilte, hat die örtliche Handelskammer am Dienstag eine Petition eingereicht, in der sie Fortschritte bei den Maßnahmen zur Durchführung einer schriftlichen Untersuchung fordert. Es wird erwartet, dass die Versammlung die Petition auf ihrer regulären September-Sitzung diskutiert.

Die aktuelle Lage vom Dorf Kamoenai

Das Dorf, das im Westen Hokkaidos liegt und Ende August 823 Einwohner zählte, liegt direkt am Japanischen Meer und grenzt an das Dorf Tomari, in dem sich ein Atomkraftwerk der Hokkaido Electric Power Co. befindet. Das Kraftwerk ist derzeit aber offline.

„Die Bevölkerung geht zurück und die Industrie verschlechtert sich“, sagte Michihiro Ueda, ein Mitglied der Dorfversammlung und Leiter der örtlichen Handelskammer. „Wir haben die Aktion zum Wohle der Gemeinschaft durchgeführt. Durch das neue Atomendlager möchten wir mehr Arbeitsplätze schaffen.“

Eine Gemeinde, die sich einer schriftlichen Untersuchung unterzieht, kann bereits bis zu 2 Milliarden Yen (15,9 Millionen Euro) als Subvention erhalten.

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Die Stadt Suttsu, in Hokkaido möchte sich ebenfalls für eine schriftliche Untersuchung bewerben. Allerdings haben sich hier in der Zwischenzeit viele Einwohner gegen diesen Plan ausgesprochen.

Einwohner von Suttsu gegen Endlagerstätte

Bei der Sitzung am Donnerstag, die für die Presse zugänglich war, erklärte der Bürgermeister von Suttsu, Haruo Kataoka, die Gründe für die Beantragung. Etwa 260 Einwohner nahmen an der Sitzung teil, die über drei Stunden ging.

Die teilnehmenden Einwohner hatten Angst, dass der Umzug ein schlechtes Licht auf die Stadt wirft und dass die Stadt, falls sie aufgrund der Beantragung Subventionen von der Regierung erhalten sollte, keine andere Wahl hätte, als zu einer Endlagerstätte zu werden.

Einige wollen, dass detaillierte Diskussionen erst nach der Bürgermeisterwahl in der Stadt im nächsten Jahr geführt werden sollten. „Da sich, aufgrund des neuartigen Coronavirus der größte wirtschaftliche Abschwung, der Nachkriegszeit abzeichnet, wird es zu spät sein, wenn wir jetzt nicht handeln“, sagte Kataoka.

In Gesprächen mit Reportern nach dem Treffen lehnte Kataoka die Idee eines lokalen Referendums zu diesem Thema allerdings mit den Worten ab: „Es wird die Stadtbewohner spalten.“

Nach Angaben der Stadt wurde die erste Briefing-Sitzung am Montag wegen technischer Probleme abgebrochen, da nicht genügend Zeit für Fragen der Einwohner reserviert worden sei. Daher plant die Stadtregierung, noch in diesem Monat eine zusätzliche Sitzung für die Teilnehmer der abgebrochenen Montagssitzung abzuhalten.

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