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Drastische Mieterhöhung bedroht berühmteste Einkaufsstraße in Tokyo

Viele der 89 traditionsreichen Souvenirgeschäfte auf der Nakamise-dori, Tokyos berühmtester Einkaufsstraße für Touristen, stehen womöglich vor dem Aus. Der Grund ist eine 16-fache Mieterhöhung.

Es gibt wohl kaum einen Touristen in Tokyo, der die berühmte Nakamise-Shopping-Street im Traditionsviertel Asakusa nicht kennt. Die Nakamise-dori, übersetzt „Straße zwischen Geschäften“, beginnt gleich hinter dem imposanten Donnertor Kaminari-mon und läuft auf den bedeutendsten und ältesten buddhistischen Tempel Tokyos – den Sensō-ji, zu. Die ca. 250 Meter lange Einkaufsgasse wird von 89 kleinen Geschäften und Ständen gesäumt, die allerlei japantypische Souvenirs und traditionelles Kunsthandwerk verkaufen. Zwar kann es hier mitunter sehr voll werden, die Nakamise-dori gehört aber dennoch zu den beliebtesten Souvenirgeschäften in Tokyo. Schon in der Edo-Zeit, als die Gegend rund um den Tempel noch ein Freudenviertel war, sollen die Menschen hier schon eingekauft haben.

Nakamise-Händler: Günstige Mieten und boomendes Geschäft

Bisher hatten die Verkäufer der 89 kleinen Geschäfte einen besonderen Mietdeal. Zwar gehörte das Grundstück der Stände dem Senso-ji-Tempel, die Miete mussten die Händler allerdings direkt an die Stadtregierung von Tokyo (Tokyo Metropolitan Government) zahlen und diese war mit 15.000 Yen (ca. 11 Euro) pro 0,9 Quadratmeter mehr als großzügig. Betrachtet man den Grundstückswert und dessen Geschäftspotenzial, dann zahlten die Händler auf der Nakamise-Shopping-Street sogar einen unverhältnismäßig günstigen Preis.

Drastische Mieterhöhung nach geltenden Marktpreisen

Damit soll nun Schluss sein. Im September wurden die Mieter der Geschäfte darüber informiert, dass ab Januar 2018 eine Monatsmiete von 370.000 Yen (ca. 2800 Euro) fällig sei. Der Grund: Der Senso-ji-Tempel hat die 89 Geschäfte im Sommer für eine Summe von 20 Millionen Yen (ca. 151.000 Euro) von der Präfektur Tokyo zurückgekauft und verlangt jetzt eine Monatsmiete, die den geltenden Marktpreisen entspricht.

Die drastische Mieterhöhung ist nach Meinung von Experten gerechtfertigt. Immerhin gehören der Senso-ji-Tempel und die belebte Nakamise-dori zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Tokyo. Ca. 30 Millionen Menschen strömen jährlich hierher, um den Tempel zu besuchen und sich anschließend mit japantypischen Souvenirs, wie Reiskeksen, Räucherstäbchen, Kimonos und Schwertern einzudecken.

Einige der Händler dürften sich aufgrund der drastischen Miterhöhung in ihrer Existenz bedroht sehen. Laut Ichiro Morita, einem Sprecher des Verbands der Händler, bereitet die neue Miete vielen Verkäufern Sorgen. Man wolle weiter mit dem Tempel verhandeln und einen günstigeren Deal erreichen. Der Senso-ji argumentiert hingegen, dass höhere Monatsmieten von Nöten sind, da Standhaltungskosten und Miete für die Traditionsgeschäfte extrem hoch seien.

Was wird aus der beliebten Nakamise-dori?

Auf Twitter diskutieren bereits zahlreiche Nutzer über die 16-fache Mieterhöhung. Viele wundern sich, dass die Mieten bisher so günstig waren. So schreibt @sepponbakari: „20.000 bis 30.000 Yen (151-227 Euro) für diese Gegend? Das ist ein außergewöhnlicher Deal“. Nutzer @kazenone86 sorgt sich um das traditionsreiche Ansehen der Nakamise-dori und darüber, dass hier bald große Ketten einziehen könnten: „Einige sagen ja, dass diejenigen, die die neue Miete nicht zahlen können, gehen sollen und dass man diese doch einfach ersetzen sollte. Ich als Geschichtsinteressierte frage mich allerdings, ob ich eine mit trendigen Cafés gesäumte Straße entlangwandern möchte, bevor ich einen Tempel besuche.

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