Drei Tochtergesellschaften von Mitsubishi Materials wegen Datenfälschung angeklagt

Japanische Staatsanwälte haben am 12. September drei Tochtergesellschaften und zwei ihrer Präsidenten von Mitsubishi Materials Corp. für die Verbreitung von Fälschungen über ihre Produktqualität angeklagt.

Neben Mitsubishi Cable Industriers Ltd. wurde auch das ebenfalls in Tokyo ansässige Mitsubishi Aluminum Co. angeklagt. Aber auch Diamet Corp. mit Sitz in Niigata wurde wegen des Verstoßes gegen das Gesetz zur Verhinderung des unlauteren Wettbewerbs angeklagt, wie die Staatsanwälte der Sonderermittlungsabteilung der Staatsanwaltschaft Tokyo mitteilten. Auch die Präsidenten von Cable Industries und Diamet wurden ohne Verhaftung angeklagt.

Beide hatten sich zuvor mit Mitarbeitern zusammengeschlossen, um die Qualitätsberichte zu manipulieren. Der Präsident von Mitsubishi Aluminum trat noch am selben Tag zurück. So will er die Verantwortung übernehmen, obwohl er noch lange nach Bekanntwerden der Fälschungen im Amt geblieben war. Die Anklagen gegen die beiden Präsidenten sind die ersten gegen Einzelpersonen in einer Reihe von Fälschungen der Daten zur Qualität bei japanischen Herstellern. Auch bei anderen Unternehmen, wie dem großen Stahlhersteller Kobe Steel Ltd. im vergangenen Jahr, wurden bereits Fälschungen der Daten festgestellt.

Die Staatsanwälte haben zum aktuellen Fall keine näheren Angaben gemacht. So ist nicht bekannt, ob die beiden ehemaligen Präsidenten die Vorwürfe zugegeben haben. In der Anklage sind gefälschte Produktionsergebnisse enthalten, welche die Tochtergesellschaften von 2016 bis 2018 an Kundenunternehmen geschickt haben. Die Produkte der Unternehmen entsprachen nicht den mit den Kunden vereinbarten Spezifikationen. Trotzdem änderten sie die Inspektionsergebnisse, um den Eindruck zu erwecken, dass die Produkte das vorgegebene Qualitätsniveau erreicht hatten.

Solche Veränderungen von Inspektionsergebnissen wurden scheinbar bereits vor Jahrzehnten begonnen. Seit November 2017 hat Mitsubishi Materials bekanntgegeben, dass fünf seiner Tochtergesellschaften, darunter die drei Angeklagten, Qualitätsdatenfälschungen begangen haben. Offenbar haben sich die Fälschungen bereits seit den 1970er Jahren fortgesetzt. Die Produkte mit den gefälschten Qualitätsdaten wurden an 825 Unternehmen verschickt, wie Mitsubishi Materials mitteilte. Laut den Staatsanwälten haben die beiden Präsidenten ihren Unternehmen auch nach dem bekannt werden der Fälschungen erlaubt, die Produkte zu versenden. Gleichzeitig haben sie relevante Dokumente verheimlicht.

Im Juli dieses Jahres wurden dann Mitsubishi Materials und seine Tochtergesellschaften von Ermittlern durchsucht. Da der Präsident von Mitsubishi Aluminum angeklagt wurde, wird der aktuelle Geschäftsführer der Tochtergesellschaft nun vorerst der amtierende Präsident. Außerdem hat Mitsubishi Materials mitgeteilt, dass sechs seiner Vorstandsmitglieder und 11 Vorstandsmitglieder aus den drei Tochtergesellschaften 10 Prozent ihrer monatlichen Vergütungen für Oktober zurückzahlen werden. Über eine genaue Summe wurde aber Stillschweigen bewahrt.

Quelle: Asahi Shimbun

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