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Internet macht den Erwerb sehr einfach

Drogenkonsum unter japanischen Jugendlichen nimmt zu

In Japan nehmen die Fälle von Besitz und Konsum von Drogen wie Cannabis und MDMA insbesondere bei Jugendlichen zu. Experten fordern daher, dass es stärkere Maßnahmen gegen den Konsum gibt.

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Erst vor einigen Tagen wurde die japanische Schauspielerin Erika Sawajiri wegen des Besitzes der Droge MDMA festgenommen. Bei der Polizei sagte sie aus, dass sie diese Droge bereits seit über 10 Jahre nimmt.

70 Prozent der Straftaten mit Drogen haben mit Aufputschmittel zu tun

Ungefähr 70 Prozent der Straftaten im Zusammenhang mit illegalen Drogen in Japan haben mit Aufputschmitteln zu tun. Die Zahl der von der Polizei untersuchten Fälle ist allerdings leicht rückläufig.

Die Behörden untersuchten 2018 10.030 Menschen, ein Rückgang von 1.000 im Vergleich zu 2013.

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Es gibt allerdings einen deutlichen Aufwärtstrend bei Menschen, die Cannabis und MDMA konsumieren. Die Behörden untersuchten 2018 3.762 Menschen, die Cannabis besaßen und 57 Personen die MDMA bei sich hatten. Gegenüber 2013 stellt das eine Verdopplung dar.

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Daten zum Alter derer, bei denen die Polizei wegen Cannabis-Besitz ermittelt, deuten darauf hin, dass immer mehr junge Menschen bis 20 Jahre Cannabis konsumieren. Im vergangenen Jahr waren 53 Prozent der Personen unter 30 Jahre alt.

Daten des japanischen Gesundheitsministeriums
Daten des japanischen Gesundheitsministeriums

Internet macht den Erwerb von Drogen in Japan leicht

Insbesondere im Internet wird mit diesen Drogen gedealt. Codierte Nachrichten wie Gemüse wird per Handdruck als Gramm- oder Sammelbestellung verkauft. Sie werden nachts geliefert. „Wir haben jede Menge leckerer Ganja.“  und „Batsu ist auf Lager.“ sind nur zwei mögliche codierte Nachrichten.

Laut Experten verwenden Verkäufer diese Sätze, um Käufer für ihre Drogen zu finden. Gemüse und Ganja beziehen sich auf Cannabis und Batsu bezieht sich auf MDMA.

Eine Analyse des japanischen Gesundheitsministeriums der Fälle von mindestens 100 Jugendliche unter 20 Jahren, gegen die von Januar 2018 bis Juni 2019 von der Abteilung für Jugendkriminalität der Polizei wegen Verstoßes gegen das Cannabiskontrollgesetz ermittelt wurde, legt den Schluss nahe, dass der einfache Zugang zu illegalen Drogen über das Internet ein Grund dafür ist die dramatische Zunahme von jugendlichem Drogenkonsum ist.

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Laut den Daten sagten ungefähr 60 Prozent der Jugendlichen, die illegale Substanzen von Händlern oder Freunden gekauft hatten, dass es einfach sei, illegale Drogen in Japan zu beschaffen.

Drogen werden für harmlos gehalten

Obwohl die meisten von ihnen wussten, dass der Konsum solcher Drogen illegal ist, glaubt etwa die Hälfte von ihnen, dass sie harmlos oder eher gesund sein würden.

Unmengen von Online-Posts, die darauf hindeuten, dass illegale Drogen harmlos im Vergleich zu Tabak sind, hatten vermutlich die Wahrnehmung beeinträchtigt. Einer der Jugendlichen sagte sogar, er habe sich für Drogen interessiert, nachdem er seinem Lieblingskünstler aus dem Ausland davon singen gehört hatte, wie er sich mit Cannabis motiviert habe.

Ungefähr 80 Prozent der Jugendlichen hatten eine gute familiäre Beziehung und ungefähr 40 Prozent waren Ersttäter ohne Strafregister.

Ermittlungen zufolge empfehlen Drogendealer häufig die Verwendung von MDMA, sobald eine Person Cannabis konsumiert. Pillen gibt es in allen Farben und oft sind Logos. Eine Pille wird in Japan normalerweise für etwa 4.000 Yen verkauft.

Der Drogenhandel ist für kriminelle Vereinigungen eine lukrative Einnahmequelle. Der Drogenhandel ist eine Geldquelle für Banden. Experten finden es ist unerlässlich, die Razzien zu verschärfen, beispielsweise um die Internetüberwachung zu verstärken.

MA

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