Durch Arbeit verursachte psychische Störungen erreichen in Japan Rekordhoch

Das japanische Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales veröffentlichte am Freitag einen Bericht zu arbeitsbedingten psychischen Störungen. Laut dem Geschäftsjahr 2017 gab es noch nie so viele Fälle von psychischen Erkrankungen wegen der Arbeit. Mit 1.732 registrierten Anträgen für die Anerkennung psychischer Störungen erreichte man 2017 ein neues trauriges Rekordhoch.

Insgesamt sind es 146 Fälle mehr als letztes Jahr. Von allen Fällen zertifizierte das Ministerium jedoch nur 506 als psychische Störungen, das ist ebenfalls ein neues Rekordhoch. In diesen Fällen begingen 98 Menschen Selbstmord oder versuchten sich das Leben zu nehmen.

Die meisten Anträge für die Anerkennung einer psychischen Störung stellten Personen in ihren 40ern. Mit 522 Fällen sind das zwar 20 weniger als im Vorjahr, jedoch ist es immer noch eine Besorgnis erregende Zahl. Personen in ihren 30ern stellten 446 Anträge, was ein Anstieg von 38 Fällen ist. Den höchsten Anstieg verzeichneten Personen in den 20ern, bei denen die Zahl von 98 auf 363 hochschnellte.

Experten glauben, dass mehr junge Menschen den Antrag stellten, als die Öffentlichkeit auf den Fall von Matsuri Takahashi aufmerksam wurde. Die 24-Jährige machte so viele Überstunden, dass sie sich das Leben nahm. Der Fall sorgte für viel Aufsehen und stieß eine weitere Debatte zur ungesunden Arbeitsmoral von Japan an.

2017 starben 92 Personen durch Überarbeitung, das sind 15 Personen weniger als 2016. Ein kleiner Fortschritt, trotz der sonst steigenden Zahlen. Insgesamt gab es 840 Anträge wegen arbeitsbedingten Hirn- oder Herzerkrankungen, von denen 253 Fällen akzeptiert wurden. Ungewöhnlich ist, dass 89 Menschen dabei aus der Autoindustrie stammen.

Obwohl die Zahl der Anträge hoch ist, hat sich die Bearbeitungszeit laut dem Ministerium verlängert. Im Durchschnitt warten die Antragsteller um die zehn Monate. Das sind vier Monate mehr als normalerweise und zu lange für die kranken Menschen. Zusätzlich sorgt die lange Wartezeit für Probleme bei der Ermittlung der geleisteten Arbeitsstunden, die für die finale Entscheidung eines Falls wichtig sind.

Quelle: Mainichi

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