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Erneuerbare Energien sollten stärker gefördert werden

Ehemalige japanische Premierminister fordern Japans Ausstieg aus der Atomenergie

Die beiden ehemaligen japanischen Premierminister Naoto Kan und Junichiro Koizumi fordern Japan auf, sich von der Atomenergie abzuwenden und der erneuerbaren Energie zuzuwenden.

Beide waren während ihrer Amtszeit Befürworter der Kernenergie, wurden aber nach dem Erdbeben vom 11. März 2011 und dem anschließenden Tsunami, der zu einer dreifachen Kernschmelze im Kraftwerk Fukushima Daiichi führte, zu entschiedenen Kritikern.

Japan hat viele natürliche Energiequellen

„Japan hat so viele natürliche Energiequellen wie Sonnenenergie, Wasserkraft und Windkraft. Warum sollten wir etwas verwenden, das teurer und weniger sicher ist?“, so der ehemalige Premierminister Junichiro Koizumi, der von 2001 bis 2006 im Amt war, auf einer Pressekonferenz.

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Kan, der damals die Reaktion der japanischen Regierung auf die Katastrophe leitete, kritisierte das Versprechen von Yoshihide Suga, Japans bis 2050 CO2-neutral zu machen und nannte es einen Vorwand, um Atomreaktoren im ganzen Land wieder in Betrieb zu nehmen, von denen die meisten gestoppt wurden, da die Betreiber versuchen, strengere Vorschriften zu erfüllen, die nach der Katastrophe in Fukushima in Japan eingeführt wurden.

Ehemalige Premierminister kritisieren die wirtschaftlichen Interessen an der Atomenergie

Während die ehemaligen Premierminister von entgegengesetzten Enden des politischen Spektrums kommen – Koizumi führte die Mitte-Rechts-Liberaldemokratische Partei, während Kan die jetzt aufgelöste Demokratische Partei Japans leitete, die eher links ausgerichtet ist – sagten beide, dass die Ablehnung der Atomenergie eine überparteiliche Haltung sei.

Das Haupthindernis für den Umstieg auf erneuerbare Energien sei strukturell bedingt, sagte Kan. Diese rühren von den festgefahrenen Interessen der Energieversorgungsunternehmen, Regierungsbehörden und Akademiker her.

„Sie wissen, dass es zu teuer wäre, neue Anlagen zu bauen, oder dass es keine Möglichkeit gibt, den Atommüll richtig zu entsorgen. Aber es gibt viele Interessengruppen und sie wollen, dass das so bleibt“, so Kan, der mittlerweile Mitglied der Demokratischen Verfassungspartei Japans ist.

Ableiten des Wassers auf Fukushima Daiichi muss weiter Untersucht werden

Bezüglich des mit Tritium versetzten Wassers in Fukushima Daiichi, das bald nicht mehr gelagert werden kann, sagte Koizumi in der Pressekonferenz im Foreign Correspondents‘ Club of Japan, dass die Pläne, das Wasser ins Meer zu leiten, von den örtlichen Fischern heftig kritisiert würden und dass weitere Untersuchungen zu anderen Optionen notwendig seien.

Japan bezog im Geschäftsjahr 2019 76 Prozent seines Stroms aus thermischer Energie, verglichen mit 18 Prozent aus erneuerbaren Energien und 6 Prozent aus Kernenergie, so die vorläufigen Daten des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie.

Im Rahmen von Sugas „Green Growth Strategy“ will Japan den Anteil der erneuerbaren Energien auf 50-60 Prozent erhöhen, während Wärmekraft und Kernenergie zusammen 30-40 Prozent ausmachen sollen.

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