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Ehemalige TEPCO-Führungskräfte erhalten fünfjährige Haftstrafe

Sieben Jahre ist nun die nukleare Katastrophe von Fukushima Daiichi her und noch immer versucht der Staat, die Schuldigen zu finden. Nach wie vor laufen die Ermittlungen gegen den Betreiber Tokyo Electric Power Company (TEPCO) und seine Mitarbeiter, die für den Unfall verantwortlich sind. Für drei ehemalige Führungskräfte fiel nun am Mittwoch das endgültige Urteil.

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Das Bezirksgericht von Tokyo befand den ehemaligen Vorsitzenden Tsunehisa Katsumata, den ehemaligen Vizepräsidenten Ichiro Takekuro und den ehemaligen Vizepräsidenten Sakae Muto als schuldig. Der Richter entschied, dass alle drei der professionellen Fahrlässigkeit, die zu Tod und Verletzung führte, schuldig sind. Die Angeklagten erhielten alle eine Haftstrafe von fünf Jahren, was die Höchststrafe ist.

Alle haben eine Teilschuld an dem Unfall

Die gestellten Anwälte begründeten die Entscheidung damit, dass die Führungskräfte von TEPCO bereits drei bis zwei Jahre vorher von einem möglichen Tsunami wussten, der das Kernkraftwerk treffen könnte. Trotz der Warnungen ergriffen sie keine Maßnahmen und informierten sich nicht weiter zu der drohenden Gefahr. Ebenfalls schalteten sie die Anlage nicht ab, obwohl es bereits einen Tsunamialarm gab.

Alle drei Männer stritten die Anschuldigungen vor Gericht ab und versuchten, die Schuld auf niedere Mitarbeiter abzuwälzen. Untersuchungen belegten jedoch ihr schwerwiegendes Fehlverhalten. Experten sind sich sicher, die vorgeschlagenen Maßnahmen hätten die Katastrophe verhindert.

Eine Katastrophe, die hätte verhindert werden können

Ursprünglich wollte die Staatsanwaltschaft die Männer nicht anklagen. Eine Untersuchungskommission aus Bürgern entschied sich jedoch für einen Gerichtsprozess. 2016 erhoben vom Gericht ernannte Anwälte gegen die ehemaligen Führungskräfte offiziell Anklage. Über die folgenden Jahre bearbeitete das Gericht den Fall und Untersuchungen sollten die Wahrheit ans Licht bringen.

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Am 11. März 2011 traf der Tsunami, ausgelöst durch das Tōhoku-Erdbeben, das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi von TEPCO. Das Wasser flutete die Reaktoren und zerstörte mehrere Notstromaggregate. Die Anlage, die wegen des Bebens bereits auf dem Notkühlsystem und Notstrom lief, versagte wegen des Tsunamis fast komplett. Da es kaum Strom gab, gab es ebenfalls keine ausreichende Kühlung für die Reaktorblöcke, die sich unkontrolliert erhitzten.

In den Reaktoren eins bis drei kam es zu Kernschmelzen. In eins, zwei und vier gab es zusätzlich Explosionen und Brände, die eine riesige Menge an radioaktivem Material in die Umwelt schleuderten. Aufgrund der Kettenreaktion von Unfällen wurde ein großes Gebiet um das Kernkraftwerk verseucht und Tausende Menschen mussten evakuieren. Noch heute sind einige Orte unbewohnbar. Was für gesundheitliche Folgen die Katastrophe auf die Einwohner hat, kann aktuell noch keiner genauer sagen. Experten glauben jedoch, dass viele der Betroffenen in den nächsten Jahren an Krebs erkranken werden.

Quelle: NHK

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