Stats

Anzeige
Home News Ehemaliger entführter japanischer Journalist verklagt japanische Regierung

Die Regierung verweigert ihm den Reisepass und damit das Recht auf Reisefreiheit

Ehemaliger entführter japanischer Journalist verklagt japanische Regierung

Der Fall rund um den japanischen Journalisten Jumpei Yasuda sorgte 2018 für großes Aufsehen. Nach drei Jahren Gefangenschaft durch Terrormilizen in Syrien konnte er endlich nach Hause. Zuvor hatten schon viele die Hoffnung verloren und glaubten, dass er bereits ermordet wurde.

Obwohl Yasuda über seine Heimkehr sehr glücklich war, ist er mit der Behandlung durch Japan alles andere als zufrieden. Da sie ihm einen neuen Reisepass aktuell verweigern, verklagt er nun die Regierung offiziell.

Wie sein Anwalt am Sonntag mitteilte, verklagt der 45-jährige Yasuda die japanische Regierung wegen der Verweigerung eines Reisepasses. Schon letzten Dienstag hatte er seine Klage beim Bezirksgericht von Tokyo eingereicht. Er will damit erreichen, dass sie die Entscheidung des Außenministeriums von Juli 2019, dass er keinen Reisepass kriegt, auflösen.

Angebliches Einreiseverbot soll der Grund sein

Yasuda verweist dabei direkt darauf, dass die Entscheidung des Ministeriums ein Verstoß gegen die Verfassung ist, die ihm die Reisefreiheit aus dem Land garantiert. Der alte Reisepass des Journalisten wurde gestohlen, als er im Juni 2015 in Gefangenschaft geriet. Er ist deswegen nicht mehr im Besitz seines alten Passes und kann damit aktuell nicht ins Ausland reisen.

Mehr zum Thema:
Journalist verklagt das japanische Außenministerium wegen Bedrohung der Pressefreiheit

Als er endlich nach Japan zurückkehren konnte, beantragte er im Januar 2019 einen neuen Pass mit dem Plan, zusammen mit seiner Familie nach Indien und Europa zu reisen. Yasuda bekam jedoch am 10. Juli 2019 eine Absage von dem Ministerium.

Sie begründeten die Entscheidung mit dem Reisepassgesetz, laut dem die Regierung Reisedokumente verweigern kann, wenn das Zielland der Person möglicherweise die Einreise verweigert. Tatsächlich soll Yasuda ein Einreiseverbot für die Türkei haben, das fünf Jahre beträgt. Grund dafür sei, dass er über die Türkei zurück nach Japan gebracht wurde.

Eine offizielle öffentliche Erklärung gibt es von dem Ministerium nicht. Sie erklärten das damit, dass sie einzelne Fälle nicht kommentieren. Yasuda bestreitet in seiner Klage, dass er ein Einreiseverbot für die Türkei hat und er verweist zusätzlich auf die Reisefreiheit. Zu der Klage selbst äußerte sich das Ministerium ebenfalls noch nicht und es ist nicht sicher, ob es zu einer Verhandlung kommen wird.

MS

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren:

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Anzeige