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Ehemaliger japanischer Diplomat muss sich für Mord an seinem Sohn verantworten

Hideaki Kumazawa gestand Mord an seinen Sohn bereits gegenüber der Polizei

Anfang des Monats sorgte eine Meldung rund um Hideaki Kumazawa für großes Entsetzen. Der ehemalige japanische Vize-Landwirtschaftsminister und ehemalige Botschafter sollte seinen eigenen Sohn ermordet haben. Nun, mehrere Wochen später, steht der 76-Jährige vor Gericht und muss sich für den Mord verantworten.

Wie die Behörden am Freitag bestätigten, begann die Verhandlung um den Fall Kumazawa. Laut Anklageschrift griff er seinen Sohn Eiichiro Kumazawa um 15:15 Uhr am 1. Juni mit einem Messer an. Er stach ihm dabei mehrmals in den Hals und verwundete ihn tödlich. Anschließend rief er die Polizei an und gestand seine Tat sofort. Eintreffende Beamte brachten den 44-jährigen Sohn ins Krankenhaus, wo er später am Blutverlust starb.

Mehr zum Thema:  Amokläufer von Kawasaki lebte zurückgezogen, war aber in Therapie

Kumazawa war anschließend nur vage bei der Frage nach dem Motiv. Es stellte sich jedoch heraus, dass er als Reaktion auf den Amoklauf am 28. Mai in Kawasaki seinen Sohn tötete. Er war wie der Amokläufer ein Mensch, der zurückgezogen von der Gesellschaft lebte. Der damalige Täter Ryuichi Iwasaki befand sich wegen seines aggressiven Verhaltens schon in Behandlung. Er griff trotzdem an einer Bushaltestelle mehrere Grundschüler mit einem Messer an. Drei Personen starben bei dem Angriff, darunter eins der Kinder. Iwasaki entging einer Festnahme, da er sich selbst richtete.

Kumazawa befürchtete, dass sein Sohn ebenfalls Kinder oder Erwachsende angreifen werde. Nach seinen Aussagen war er ebenfalls aggressiv und griff ihn sowie seine Frau an. Genauer gab er an, Schüler zu töten, als er sich über das Treffen von Sportlern einer Grundschule in der Nähe aufregte.

Viele befürchten Gewalttaten und Morde gegen Hikikomori

Wie weit die Anschuldigungen stimmen und ob sie ein milderes Urteil ermöglichen, klärt jetzt das Gericht. Bis jetzt scheint es jedoch keine Rechtfertigung zu geben, dass Kumazawa seinen Sohn nicht aus Notwehr tötete, sondern ihn absichtlich überraschte und den Mord vorab plante. Welche Strafe ihm deswegen droht, lässt sich aktuell nur schwer sagen.

Jedoch sorgte sein Fall für großes Aufsehen in Japan und anderen Ländern. Viele zurückgezogene Menschen, die Japan als Hikikomori bezeichnet, fürchten nun ähnliche Angriffe und Vorurteile. Sie sind besorgt, dass die Gesellschaft sie nun als gefährliche Menschen betrachtet. Das führt auf der anderen Seite nur noch mehr dazu, dass sie sich von der Gesellschaft isolieren und ein einsames Leben in ihren vier Wänden bevorzugen. Allgemein gelten die Hikikomori als harmlose und eher ruhige Personen. Oft sind sie auf ihre Familien angewiesen und benötigten psychologische Hilfe, um wieder ins Leben zu finden.

Quelle: Kyodo

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