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Trainer überlebt mit vier Jahren den Abwurf

Ehemaliger japanischer Fußballtrainer erinnert an das Grauen der Atombombe

Der Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki ist bereits 75 Jahre her. Die Überlebenden erinnern sich dabei noch heute an das Grauen, was sie damals sahen. Einer von ihnen ist der ehemalige Fußballtrainer Kazuo Imanishi, der seine Geschichte mit der Sportwelt teilt.

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Der 79 Jahre alte Imanishi war der erste General Manager der professionellen Fußballmannschaft Sanfrecce Hiroshima. Seine Erfahrung mit dem Atombombenabwurf auf Hiroshima teilte er nun in einen Video für ein Projekt des J1-Clubs der J-League, bei dem sie Berichte von Überlebenden zeigen, die mit dem Team verbunden sind.

Überlebende der Atombombe sollen ihre Erinnerungen erzählen

Imanishis Video wurde Anfang November aufgenommen und wird vermutlich in dem neuen Stadion für Sanfrecce Hiroshima, das 2024 fertiggestellt werden soll, gezeigt. Ebenfalls soll es auf der Webseite des Teams erscheinen, damit Leute es auch so sehen können. Präsident Shingo Senda erklärte zu dem Projekt, dass das Team sich bemühte, die Geschichten der Überlebenden für die nächste Generation zu sammeln.

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Als ehemaliger Geschäftsführer einer lokalen Radiostation war Senda damals oft verärgert, dass sie nicht mehr die Möglichkeit hatten, Überlebenden direkt zuzuhören. Sie als Verein in einer der betroffenen Städte haben deswegen erkannt, dass sie die Berichte dokumentieren müssen, solange die Menschen noch die Möglichkeit haben, sie zu erzählen.

Als die Bombe am 6. August 1945 auf Hiroshima fiel, war Imanishi gerade mal vier Jahre alt und befand sich in der Nähe der heutigen Hiroshima Station. Auch wenn er sich an vieles nicht mehr erinnern kann, sind es einige bestimmte Momente nach der Explosion, die sich für immer bei ihm eingebrannt haben.

Erinnerung an einen Fluss voller Leichen

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Personen hatten ihn aus einen eingestürzten Haus gerettet. Während er die Explosion der Atombombe relativ unbeschadet überstand, verbrannte er sich seinen linken Fuß. Die Verbrennungen waren dabei so schlimm, dass sie Blasen schlugen. Nach einigen Tagen befanden sich Maden in seinen Fuß, die er unter Schmerzen mit einer Pinzette entfernen musste. Aufgrund seiner Verletzung war es ihm nicht mehr möglich, den Fußball richtig zu kicken, was ihn jedoch nicht vom spielen abhielt.

Ein zweites grausiges Ereignis, an dass sich der ehemalige Fußballtrainer erinnert, war der Anblick des Enko Flusses. Schwerverletzte, blutverschmierte Menschen schleppten sich den Fluss entlang und versuchten in dem Wasser ihre Verbrennungen zu kühlen und ihren Durst stillen.

Der Fluss war zu dem Zeitpunkt mit Leichen übersät. Imanishi erzählte seiner Mutter von dem Gesehenen und dass die Menschen trotzdem aus dem Fluss tranken. Sie erklärte ihm daraufhin, dass er nie aus dem Fluss trinken dürfte.

Ehemaliger Trainer will den Menschen danken

Am 14. November besuchte Imanishi sein altes Team im Edion Stadion und schaute das Match gegen Yokohama FC, das unentschieden ausging. Das Projekt des Fußballclubs bezeichnet er als ein unschätzbares Streben, dass die Freundlichkeit der lokalen Menschen zurückgeben soll. Er gab weiter dazu an, dass die Bevölkerung sie bei ihrem Aufstieg in die J.League 1993 stark unterstützte und er sehr berührt davon war.

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Imanishi spielte von 1963 bis 1969 für die Werksmannschaft von Mazda, die heute Sanfrecce Hiroshima ist. Sein Debüt in der Nationalmannschaft feierte er 1966 und nahm an drei Spielen teil. Von 1984 bis 1992 war er Coach von Snfrecce Hiroshima. Danach war er noch bis 2007 noch als Berater tätig wobei er gleichzeitig ab 2005 für den FC Gifu tätig war, wo er bis 2009 der General Manager und von 2008 bis 2012 Clubpräsident war.

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