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Ehemaliger japanischer Politiker wird in China zu lebenslanger Haft verurteilt

Anwalt will Widerspruch einlegen, da sein Mandat unschudlig sein soll

Nicht nur Japan geht mit viel Härte gegen Drogen vor. China hat ebenfalls eine strenge Gesetzeslage, die Ausländer mit einschließt. Ein japanischer Politiker musste das am Freitag am eigenen Leib erfahren, als er wegen angeblichen Drogenschmuggels zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.

Der 76-jährige ehemalige kommunale Abgeordnete Takuma Sakuragi aus Inazawa (Aichi) wurde zu einer Haftstrafe verurteilt. Schon 2013 wurde er von den chinesischen Behörden festgenommen, da sie in seinem Koffer am Baiyun-Flughafen 3,3 Kilogramm an illegalen Stimulanzien fanden. Er war eigentlich auf dem Heimflug und wollte über Shanghai nach Japan fliegen. Aufgrund der hohen Menge war am Freitag der Fall für das Zwischengericht in Guangzhou ziemlich eindeutig.

Drogen stammen von Geschäftskunden

Sakuragi ist von der Entscheidung jedoch enttäuscht und will in den nächsten zehn Tagen eine Berufung beim höheren Gericht einlegen. Sein Anwalt gab an, dass er noch bis zum Ende für sein Recht kämpfen will. Seit fünf Jahren sagt er seiner finnischen Frau, die an Bluthochdruck leidet, dass er bald nach Hause kommt und er glaubt weiter daran. Sakuragi selbst bekannte sich bei der Verhandlung für nicht schuldig.

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Der Koffer war nach seinen Angaben nicht der eigene, sondern von einem nigerianischen Geschäftskunden, für den er den Koffer nach Japan bringen sollte. Er wusste dabei nicht, was in dem Koffer drin war und hatte ihn nicht vorher geöffnet. Er vertraute dem Mann, da es seine Aufgabe war, Muster in einem Koffer nach Japan zu bringen. Sakuragi kann das Urteil deswegen nicht akzeptieren, da er nichts Falsches tat. Sein Sohn, der extra angereist war, war ebenfalls von dem Urteil enttäuscht.

Urteil ist noch milde

Sakuragi geht es mittlerweile nach sechs Jahren Haft körperlich nicht besonders gut. Die Zustände in dem Gefängnis sind nach seinen Erzählungen eine Katastrophe. 19 Personen teilen sich eine Zelle, die eigentlich für vier Menschen gedacht ist. Zum Frühstück gibt es nur zwei gedämpfte Brötchen, die schrecklich schmecken.

Trotzdem hatte Sakuragi bis jetzt Glück, was das Urteil angeht. Normalerweise droht ab einen Kilogramm Drogen die Todesstrafe in China. Die Strafe forderte bereits die Staatsanwaltschaft 2014, die sie später zu einer lebenslangen Haftstrafe abänderte.

Das Gericht selbst schob das Urteil immer wieder auf, da für sie der Fall sehr komplex ist. Sakuragi macht ihnen dafür Vorwürfe und wirft den Behörden Machtmissbrauch vor, da es so lange dauerte und es keine Transparenz gibt. Dass er allerdings nun die Strafe erhielt, ist etwas unerwartet. Nach dem chinesischen Gesetz werden Menschen über 75 Jahren nicht mehr belangt, weil sie zu alt sind.

Kyodo

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