Anzeige
HomeNachrichten aus JapanEhemaliger japanischer Premierminister Toshiki Kaifu stirbt mit 91 Jahren

Viele internationale Herausforderungen gemeistert

Ehemaliger japanischer Premierminister Toshiki Kaifu stirbt mit 91 Jahren

Der ehemalige japanische Premierminister Toshiki Kaifu ist im Alter von 91 Jahren am vergangenen Sonntag eines natürlichen Todes gestorben. Kaifu war ab 1989 für zwei Jahre Premierminister.

Anzeige

Er ist insbesondere für die Entsendung der Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte in den Persischen Golf im Jahr 1991 bekannt und hatte den Ruf, politisch „sauber“ zu sein.

Toshiki Kaifu widmete sich vielen politischen Herausforderungen

Kabinettschef Hirokazu Matsuno sagte während einer Pressekonferenz: „Er widmete sich vielen politischen Herausforderungen in einer turbulenten internationalen Situation, einschließlich des Ausbruchs des Golfkriegs.“

LESEN SIE AUCH:  Sängerin und Schauspielerin Sayaka Kanda verstorben

Kaifus Ruf half ihm im August 1989 das Amt des Premierministers zu erringen, nachdem seine Vorgänger Noboru Takeshita und Sosuke Uno wegen eines großen Insiderhandels- und Korruptionsskandals bzw. eines Skandals um eine außereheliche Affäre aus dem Amt gedrängt worden waren.

Der aus Nagoya stammende Politiker begann seine politische Laufbahn als Sekretär eines Mitglieds des Repräsentantenhauses und wurde 1960 auf der Liste der Liberaldemokratischen Partei erstmals ins Repräsentantenhaus gewählt. Bevor er Premierminister wurde, bekleidete er wichtige Regierungsämter, darunter das des stellvertretenden Kabinettssekretärs und des Bildungsministers.

Anzeige

Unter seiner Führung traf Japan die wichtige Entscheidung, die SDF in den Persischen Golf zu entsenden, nachdem es für seine „Scheckbuchdiplomatie“ kritisiert worden war, das das Land 13 Milliarden Dollar für die Koalitionsstreitkräfte im US-geführten Golfkrieg von 1991 zur Verfügung gestellt hatte, anstatt Personal zu stellen.

USA drängte Japan zu logistischer Unterstützung

Kürzlich freigegebene Unterlagen zeigen, dass der ehemalige US-Präsident George H.W. Bush Kaifu direkt dazu drängte, dem US-Militär nach der Golfkrise 1990 über die SDF logistische Unterstützung zu gewähren, obwohl Japans pazifistische Verfassung dies verbietet.

Schließlich nahmen die SDF als Nachkriegsbeitrag an einem Minenräumeinsatz im Persischen Golf teil, was für Japan einen diplomatischen Wendepunkt bedeutete. 1992 erließ Tokyo ein Gesetz, das die Teilnahme an friedenserhaltenden Einsätzen der Vereinten Nationen ermöglichte. Seitdem beteiligt sich das Land an Missionen im Ausland.

Im August 1991 besuchte der Politiker als erstes Staatsoberhaupt eines großen demokratischen Landes Peking.

1991 Rücktritt als Premierminister

Anzeige

Innenpolitisch versuchte Kaifu, politische Reformen durchzuführen, darunter die Einführung von Einzelwahlkreisen bei Wahlen. Er war jedoch gezwungen, im November 1991 als Ministerpräsident zurückzutreten, nachdem ein wichtiger Gesetzesentwurf für diese Änderung das Parlament nicht passiert hatte.

Der Gesetzentwurf wurde schließlich 1994 verabschiedet und führte das System der Einzelwahlkreise zusammen mit dem Verhältniswahlsystem ein.

Kaifu verließ 1994 die LDP und wurde Vorsitzender der inzwischen aufgelösten New Frontier Party, die er zusammen mit Ichiro Ozawa und einigen anderen gegründet hatte, kehrte aber 2003 in die LDP zurück. Nachdem er bei den Unterhauswahlen 2009 seinen Sitz verloren hatte, zog er sich aus der Politik zurück.

Anzeige
Anzeige