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HomeNewsEhemaliges Evakuierungsgebiet in Fukushima baut erstmals wieder Reis an

Reis wird versuchsweise angebaut

Ehemaliges Evakuierungsgebiet in Fukushima baut erstmals wieder Reis an

Zehn Jahre nach der nuklearen Katastrophe in Fukushima ist in einigen Regionen immer noch viel zu tun. In einem ehemaligen Evakuierungsgebiet ist nun ein Stück Normalität wieder zurückgekehrt und zum ersten Mal wurde wieder Reis angebaut.

Die Stadtregierung von Futaba gab bekannt, dass sie zum ersten Mal seit der nuklearen Katastrophe 2011 wieder Reis bei sich anbauen, wenn auch vorerst nur als ein Testlauf. Um die zehn Landwirte, die damals evakuiert wurden, pflanzten am Mittwoch mit Unterstützung von Mitarbeitern der Stadt zusammen auf einen etwa vier Hektar großen Grundstück Setzlinge.

Reisernte wird nicht verkauft

Gepflanzt wurde die Sorte „Ten no Tsubu“, welche die eigene Sorte der Präfektur Fukushima ist. Für den Anbau wird der Reis in dekontaminierten Feldern eingepflanzt. Es soll vorerst ausprobiert werden, wie der Reis in der Stadt wächst.

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Nach der Ernte wird er auf radioaktives Cäsium überprüft und ob die Werte unter dem nationalen Standard liegen. Selbst wenn der Reis sicher ist, wird die komplette Ernte entsorgt und nicht zum Verzehr freigeben. Geplant ist es, erst 2025 wieder mit einer umfangreichen kommerziellen Landwirtschaft zu beginnen.

Einer der Farmer war der 71 Jahre alte Toshiro Kohata, der in die Stadt Sukagawa evakuiert wurde. Vor der Katastrophe hat er pestizidfreien Reis angebaut, der in ganz Japan verkauft wurde. Dabei zuzugucken, wie nun wieder gepflanzt wird, brachte ihn zum Lächeln.

Evakuierungsgebiete wollen zurück zur kommerziellen Landwirtschaft

Er erklärte, dass er sich leer gefühlt hat, da er nicht das tun konnte, was er sonst für seinen Lebensunterhalt getan hat. Kohata ist deswegen sehr froh, dass diese normalen Anblicke nun allmählich wieder zurückkehren. Futaba ist nach wie vor teilweise Sperrgebiet und nur der Nordosten der Stadt gilt als sicher.

Die Gemeinde ist dabei nicht das erste ehemalige Evakuierungsgebiete, das wieder mit dem landwirtschaftlichen Anbau anfangen will. Das Dorf Iitate hat ebenfalls angefangen den Anbau mit dekontaminierter Erde zu testen, um möglichst schnell wieder eine kommerzielle Landwirtschaft aufzubauen.

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