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Einblick in den Kontrollraum von Japans Atomkraftwerk Fukushima Daiichi

Die Zeit scheint angehalten zu sein im Inneren des Hauptkontrollraums vom Atomkraftwerk in Fukushima. Seit 2011 dürfen zum ersten Mal Journalisten in diesen Teil des Gebäudes hinein. Bislang ließ die Strahlung das nicht zu.

Kontrollraum im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi
Quelle: Kyodo News

Seit dem Desaster aus dem Jahr 2011 ist das gesamte Innere des Raums unberührt. An einer Wand  fanden Untersucher sogar handschriftliche Notizen. Diese sind in der Nähe eines Instrumentes, das den Wasserstand des 3. Reaktors misst. Eine solche Schrift an der Wand verdeutlicht sehr stark, in welcher Notsituation sich die Arbeiter im Atomkraftwerk vor 7 Jahren befanden. Und das ist kein Wunder. Schließlich befanden sie sich in unmittelbarer Nähe, als eine unfassbare Katastrophe über sie und das ganze Land hereinbrach.

2011 traf ein Erdbeben der Stärke 9.0 auf der 10-stufigen internationalen Richterskala Japan. Schon dieses war durch seine Stärke für viele Teile des Landes verheerend. Dutzende Häuser stürzten ein und viele Menschen verloren ihr Leben. Doch damit nicht genug, denn das Erdbeben verursachte kurze Zeit später einen Tsunami, der große Teile von Japans Küstenregionen traf. Diese riesige Welle flutete auch eine Einrichtung an der pazifischen Küste – das Atomkraftwerk in Fukushima.

Daraufhin erlitt der Reaktor Nummer 3 eine Brennstoffschmelze und eine Wassersstoffexplosion. Er war vollständig zerstört. Im 4. Reaktor hingegen war kein nuklearer Brennstoff enthalten. Doch auch dieser explodierte. Diese Reaktion lag an dem Verlauf des Wasserstoffes aus dem nebenliegenden Reaktor, der auch den eigentlich Leeren Reaktor beeinflusste. Aufgrund dieses Wasserstoffflusses explodierte auch dieser Reaktor und eine unbeschreibliche Katastrophe wurde im Atomkraftwerk ausgelöst.

Kontrollraum im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi 2
Quelle: Kyodo News

TEPCO ermöglicht Besichtigungen des Atomkraftwerks

Der Betreiber vom Atomkraftwerk in Fukushima, die TEPCO,  zeigte im Februar 2014 bereits den Kontrollraum von den Reaktoren 1 und 2. Auch diese waren vom Erdbeben betroffen und in ihnen gab es, wie in Reaktor 3, eine Brennstoffschmelze, jedoch keine Explosion. Dennoch war der Raum lange Zeit von hohen Strahlungswerten betroffen. Nicht so lange jedoch wie der Hauptkontrollraum. In diesem wurden 6 Mikrosievert pro Stunde gemessen. Im Vergleich dazu: Im Shinjuku Ward in Tokyo erfassten Quellen 0.037 Mikrosievert pro Stunde. Bislang waren für Interessierte nur virtuelle Besichtigungen möglich. Doch nun durften Journalisten auch den Hauptkontrollraum besichtigen.

Der Raum ist nun mit speziellen Bodenbelägen ausgelegt, welche die Strahlung geringer halten sollen. Außerdem sind nur wenige Lichter angeschaltet. Denn genutzt wird dieser Raum nicht mehr. Seine Funktionen verlegten die Verantwortlichen in ein erdbebensicheres Gebäude, welche nach der Krise Pflicht in Japan wurden. Jedes öffentliche Gebäude muss mindestens einem starken Beben und einem weiteren darauffolgendem starken Nachbeben standhalten können.

Niemand wünscht sich, eine ähnliche Situation noch einmal erleben zu müssen. Denn die Katastrophe von 2011 in Japan ist auf einer Stufe mit der von 1986 in Tschernobyl. 160.000 Menschen mussten evakuiert werden und mehr als 40.000 von ihnen konnten selbst bis jetzt (Stand Ende September 2018) nicht zurück in ihre Wohnungen.

Quelle: Kyodo News

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