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Einführung soll bis Ende des Jahres entschieden werden

Einführung des gemeinsamen Sorgerechts in Japan stößt auf Widerstand

Japan arbeitet im Moment an der Einführung des gemeinsamen Sorgerechts, was allerdings auf Widerstand stößt. Seit Februar berät ein Gremium des Justizministeriums über eine neue Regelung.

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Das Gremium hat am 15. November einen Zwischenbericht veröffentlicht, in dem empfohlen wird, dass entweder die derzeitige Regelung beizubehalten ist, oder dass eine neue Regelung aus zwei Systemen eingeführt wird.

Kritik am gemeinsamen Sorgerecht

Derzeit gibt es in Japan kein gemeinsames Sorgerecht. Zwar teilen sich laut des Zivilrechts Ehepaare das Sorgerecht, lässt man sich aber scheiden, erhält nur noch ein Elternteil die sogenannte elterliche Gewalt. Streitigkeiten werden dann von Familiengerichten entschieden.

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Die Regelung wird allerdings von vielen kritisiert, da sie eines der Elternteile stark belastet und es für den anderen Elternteil dadurch einfach ist, sich aus der Verantwortung zu stehlen.

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Im Gremium des Justizministeriums ist man sich auch uneins, welche Regelung eingeführt werden soll. Gegner des gemeinsamen Sorgerechts argumentieren, dass dies gefährlich für Kinder oder einen Elternteil ist, da so zum Beispiel Opfer von häuslicher Gewalt und Missbrauch, sich nicht vom Täter oder der Täterin lösen können.

Das Gremium hat sich daher auf drei Optionen geeinigt, sollte das gemeinsame Sorgerecht in Japan eingeführt werden.

Die erste Option sieht vor, dass das gemeinsame Sorgerecht zum Hauptprinzip in Scheidungsfällen gemacht und das alleinige Sorgerecht als Ausnahme verwendet wird, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Die zweite Option sieht vor, dass das alleinige Sorgerecht Hauptgrundsatz in Japan bleibt und über ein gemeinsames Recht als Ausnahme entschieden wird.

Die dritte Option sieht vor, dass von Fall zu Fall entschieden werden soll.

Dies wirft allerdings die Frage auf, welcher Elternteil das Recht auf das alleinige Sorgerecht automatisch bekommen soll.

Das Gremium schlug vor, entweder einem Elternteil alle Rechte einzuräumen oder beiden Elternteilen die Rechte und Pflichten ohne gesetzliche Vorgaben zu übertragen.

Neue Regelung der Besuchsrechte und Unterhaltszahlungen

Im Zwischenbericht wurde auch ein neues System für Unterhaltszahlungen und Besuchsrechte nach Scheidungen vorgeschlagen.

Ein Vorschlag ist, Scheidungen grundsätzlich unmöglich zu machen, wenn nicht vorher eine Vereinbarung über Unterhaltszahlungen oder Besuchsgsrechte getroffen werden, die die Lebensbedingungen und die Sicherheit des Kindes berücksichtigen.

In Japan gibt es immer mehr Scheidungen, laut einer Schätzung sind 33 Prozent der Ehepaare und pro Jahr ungefähr 200.000 Minderjährige betroffen.

Bis Ende des Jahres soll über die neue Regelung entschieden werden.

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