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Nur acht Menschen wollen zurück

Einwohner dürfen in 20 Kilometer vom Atomkraftwerk Fukushima entferntes Dorf zurück

Die Einwohner des Wohngebiets, das als am stärksten durch die Nuklearkatastrophe in der Präfektur Fukushima von 2011 betroffen gilt, dürfen ab Juli zurück.

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Ab dem 12. Juni dürfen die Menschen des Bezirks Noyuki wieder im Dorf Katsurao leben, das 20 Kilometer vom Atomkraftwerk Fukushima Daiichi entfernt ist, aber nur wenige planen eine Rückkehr.

Nur acht Einwohner wollen zurückkehren

Nach Angaben eines Sprechers des Dorfes haben insgesamt acht Einwohner angekündigt, dass sie zurückkehren wollen.

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Der Bezirk Noyuki wurde vor 11 Jahren als Sperrgebiet ausgewiesen und gilt seitdem als Zone, die nur schwer wieder bewohnbar gemacht werden kann. Viele Einwohner haben sich mittlerweile in anderen Teilen Japans ein neues Leben aufgebaut.

Nach der dreifachen Kernschmelze in der Anlage im März 2011 erließ die Regierung Evakuierungsanordnungen für Gebiete, in denen die jährliche Strahlendosis schätzungsweise 20 Millisievert erreicht, darunter ganz Katsurao.

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Ferner wies die Regierung Gebiete mit Messwerten von 50 Millisievert pro Jahr als nur schwer wieder bewohnbar machbare Zonen aus. Sieben Gemeinden mit insgesamt 22.000 Einwohnern vor der Katastrophe fielen in diese Kategorie, darunter der größte Teil von Katsurao sowie Okuma und Futaba, die das Atomkraftwerk gemeinsam betreiben. Die Einwohner von Futaba durften im Januar wieder in ihre Häuser zurück, der Evakuierungsbefehl für Okuma wurde 2019 teilweise aufgehoben.

Im Dezember 2011 räumte die japanische Regierung den Dekontaminationsarbeiten in Bezirken außerhalb der schwer zugänglichen Zone Priorität ein. Sie erklärte auch, dass die Beschränkungen für das Leben in der Zone wegen der hohen Strahlungswerte noch viele Jahre lang bestehen bleiben würden.

Regierung änderte ihren Kurs

In einer Kehrtwende kündigte die Regierung im August 2016 jedoch an, Teile der Zone zu sanieren, um das Verbot für die ehemaligen Einwohner in Zukunft aufheben zu können. Eine Studie der Regierung ergab, dass die Strahlungswerte in einigen Bereichen der Zone trotz der fehlenden Dekontaminierungsarbeiten auf natürliche Weise gesunken waren.

Im Jahr 2016 durften die Bewohner des Dorfes Katsurao, deren Häuser in Gebieten mit Messwerten von weniger als 50 Millisievert pro Jahr lagen, zurückkehren.

Nach Angaben der Gemeindeverwaltung, die hofft, dass innerhalb der nächsten fünf Jahre 80 Personen zurückkehren werden, sind jedoch weniger als 30 Prozent zurückgekehrt.

Die Aufhebung des Betretungsverbots für bestimmte Wiederaufbaugebiete in Okuma und Futaba wird zwischen Juni und Juli erwartet.

 

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