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Mobilität nicht nur für ältere Menschen

Elektrofahrräder werden in Japan zunehmend beliebter

Die Zahl der Elektrofahrräder ist in Japan in den letzten Jahren deutlich angestiegen, da sie bei älteren Menschen und berufstätigen Eltern immer beliebter werden.

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Die Verkaufszahlen von Elektrofahrrädern haben sich seit 2008 mehr als verdoppelt. 2018 wurden 667.244 Fahrräder verkauft.

Verkäufe von Roller mit Motoren von 50 ccm oder weniger sinkt in Japan

Im Gegenzug geht der Verkauf von Rollern mit einem Motor von 50 ccm oder weniger deutlich zurück. Wurden 2005 noch 470.922 Roller verkauft, sank die Zahl 2018 auf 143.129 Roller, so der Verband japanischer Automobilhersteller.

Yamaha Motor Co. stellte 1993 das weltweit erste elektrisch angetriebene Fahrrad vor, um umweltfreundlichere Fortbewegungsmittel zu produzieren, so sagte Yasuhiro Kashima, Verkaufsleiter bei der Tochtergesellschaft Yamaha Motorcycle Sales Japan Co.

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Seitdem sind Elektrofahrräder besonders bei älteren Menschen beliebt geworden. Die Verkäufe stiegen 2009 sprunghaft in Japan an, da die Polizei mit der Durchführung von Tests für alle Führerscheininhaber ab 75 Jahren begann, um ihre Fahrfähigkeiten zu testen.

Im selben Jahr wurde auch von der japanischen Regierung festgelegt, dass ein Fahrrad mit einem Fahrer ab 16 Jahren zwei kleine Kinder befördern durfte, wenn das Fahrrad den neusten Sicherheitsstandards entsprach. Auch wirkte sich verkaufsfördernd für Elektrofahrräder aus.

Elektrofahrräder als Alternative zum Auto

Eltern mit Kindern im Vorschulalter fanden, dass elektrisch angetriebene Fahrräder eine geeignete Möglichkeit darstellten, ihre Kinder in eine Kindertagesstätte zu fahren, da viele Vorschuleinrichtungen in städtischen Gebieten Eltern untersagten, ihr Kind mit dem Auto zu bringen, um Verkehrsstaus und Unfälle zu vermeiden, so Kashima.

Um den Bedürfnissen von berufstätigen Eltern gerecht zu werden, hat sich eine Tochtergesellschaft von Panasonic Corp. im Jahr 2018 mit dem Babyartikelhersteller Combi Corp. zusammengetan, um gemeinsam ein Elektrofahrrad zu entwickeln, das speziell für Eltern und Kinder gedacht ist. Im Dezember wurde ein neues Modell mit einem Sonnenschirm über dem Kindersitz vorgestellt.

Die Panasonic-Fahrradsparte hat beschlossen, rund 1,5 Milliarden Yen zu investieren, um die Produktion von Elektrofahrrädern in einem Werk in der Präfektur Osaka im Westen Japans zu steigern. Bis zum Geschäftsjahr 2020 sollen 300.000 Einheiten pro Jahr ausgeliefert werden.

Verkehrsschulung beim Kauf eines Elektrofahrrads gefordert

Die zunehmende Zahl von Fahrern auf Elektrofahrrädern hat jedoch zu mehr Unfällen geführt. Bis Ende November 2019 waren in landesweit 54 Menschen bei Unfällen auf Elektrofahrrädern ums Leben gekommen, gegenüber 28 im Jahr 2009, so die nationale Polizeibehörde.

„Das Elektrofahrrad allein wiegt fast 30 Kilogramm und es fährt mit einer gewissen Geschwindigkeit, um dies auszugleichen. Es ist nützlich, aber auch gefährlich für seinen Fahrer und Fußgänger“, so Mio Suzuki, Professorin für Verkehrstechnik und Verkehrspolitik an der Tokai University.

„Beim Kauf eines Elektrofahrrads sollte eine kleine Schulung über Verkehrsregeln stattfinden“, fügte sie hinzu.

MA

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