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Home News Endspurt bei den Bauarbeiten für Tokyo 2020 werfen Fragen zur Arbeitssicherheit auf

Enger Zeitplan geht auf Kosten der Arbeitssicherheit

Endspurt bei den Bauarbeiten für Tokyo 2020 werfen Fragen zur Arbeitssicherheit auf

Der Endspurt bei den Vorbereitungen für die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo haben begonnen. Und während die japanische Regierung bei den Menschen mit verschiedenen Aktionen versucht das olympische Feuer zu entfachen, werfen besonders die Bauarbeiten einige Fragen auf.

Aktivisten und Arbeitervertreter kritisieren mittlerweile, dass der rasche Bau der Veranstaltungsorte gefährliche Konsequenzen für die Arbeiter hat.

Anfang des Monats sagte die Gouverneurin von Tokyo, Yuriko Koike zu Reportern: „Wir sind da, wo wir sein wollen“.

Arbeiten an olympischen Bauwerken auf Kosten der Gesundheit

Kritiker argumentieren jedoch, dass die Stadt auf Kosten der Gesundheit und der Sicherheit der Tausenden von Arbeitern, die auf den Baustellen arbeiten, den Zeitplan eingehalten hat. Eine Bilanz zeigt, dass es im Zusammenhang mit den Bauarbeitern in Tokyo mindestens 2 Tote gegeben hat.

2017 tötete sich ein 23-jähriger Arbeiter, nachdem er im Vormonat fast 200 Stunden Überstunden geleistet hatte. Das örtliche Arbeitsamt erkannte seinen Selbstmord als Todesfall aufgrund von Überlastung, einem als Karoshi bekannten Phänomen.

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Im folgenden Jahr wurde ein Mann zwischen einem Kran und einem Gerüst zu Tode gequetscht. Laut offiziellen Aufzeichnungen wurden bis Ende 2018 während der Bauarbeiten 14 Personen verletzt.

Tode und Verletzte beim Bau von olympischen Gebäuden an der Tagesordnung

Bei den Bauarbeiten für die Olympischen Spiele in Rio wurden mindestens 11 Menschen getötet, in Peking gab es offiziell 6 Tote, laut Medienberichten sollten es sogar traurige 10 gewesen sein.

Trotzdem sagen immer mehr Bauarbeiter in Tokyo, dass sie unter dem enorm engen Zeitplan und der Arbeitsbelastung durch den Arbeitskräftemangel in Japan leiden.

„Die Arbeit ist hart“, sagte ein erfahrener Bauunternehmer, der als Subunternehmer an einem Projekt zum Bau des Olympischen Dorfes arbeitet. Er sagte, die Arbeitskräfte viel zu wenige und der Druck, den Zeitplan einzuhalten, habe dazu geführt, dass die Sicherheit nicht gegeben ist.

Den Gewerkschaften zufolge spiegeln die Probleme mit dem olympischen Bau die Probleme der japanischen Industrie wider, einschließlich des weit verbreiteten Einsatzes mehrerer Subunternehmer, die wenig Macht haben, gegen schlechte Bedingungen zu protestieren.

Bereits im Mai gab es alarmierende Hinweise

Sechs-Tage-Arbeitswochen sind weitverbreitet und der Arbeitskräftemangel im Japan führt dazu, dass die Beschäftigten überfordert sind. Jeder vierte Arbeitnehmer in der japanischen Bauindustrie ist 60 Jahre oder älter und übertrifft die Zahl der Arbeitnehmer im Alter von 30 Jahren oder jünger bei Weitem.

Überlastung ist auch ein Problem für Arbeitnehmer in anderen Branchen, trotz der Bemühungen der Regierung, übermäßige Arbeitszeiten zu bewältigen.

Im Mai meldete die internationale Gewerkschaft der Bau- und Holzarbeiter „alarmierende“ Aussagen von 40 Arbeitern, die das neue Nationalstation und das Olympische Dorf errichteten.

Der Bericht warnte vor „gefährlichen Mustern von Überlastung“ und behauptete, einige Arbeiter seien gezwungen gewesen, ihre eigene Schutzausrüstung zu kaufen.

Die Hälfte der Befragten verfügte über keine offiziellen Verträge – eine Situation, die in Japan nicht illegal, in den Industrieländern jedoch ungewöhnlich ist.

Kaum Beschwerden von Arbeitern

Nach offiziellen Angaben gibt es allerdings kaum Beschwerden von Arbeitern. Daher wird davon ausgegangen, dass die Bedingungen in Ordnung sind.

Laut Kritikern ist dies allerdings lediglich ein Beweis für die Zurückhaltung der Arbeitnehmer, da sie, obwohl sie Anonymität beantragen können, ihren Namen und ihre Telefonnummer angeben müssen, wenn sie eine Beschwerde einreichen.

Quelle: AS, JT

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