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HomeNachrichten aus JapanEnglisch-Sprachtests für Japans High Schools treffen weiterhin auf Widerstand

Ist der neue Englischtest unfair?

Englisch-Sprachtests für Japans High Schools treffen weiterhin auf Widerstand

Am 27. November soll in Japan erstmals ein privatwirtschaftlicher Englischtest für öffentliche Junior High Schools eingeführt werden. Die damit verbundene Initiative zur Förderung der „Sprechfertigkeit“ stößt allerdings nach wie vor auf extremen Widerstand.

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Der neue Test wird ein Teil der nächsten Aufnahmeprüfungen für die High Schools in Tokyo sein. Gut 80.000 Jugendliche werden sich ihm stellen müssen, wenn sie ab April 2023 eine der städtischen Oberschulen besuchen wollen.

Kein Weg führt an ihm vorbei

Die Aufnahmeprüfungen werden im kommenden Februar stattfinden. Die Ergebnisse des Sprachtests werden später zu den Gesamtergebnissen hinzugerechnet.

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Der Test selbst wurde laut des Tokyo Metropolitan Board of Education zusammen mit der Bildungsbehörde und dem Bildungsdienstleister Benesse Corp. entwickelt.

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Nach offiziellen Angaben der Schulbehörde haben sich inzwischen bereits 76.000 Jugendliche für den Test angemeldet. Das sind 95 Prozent aller jungen Studierenden in Tokyo, die aktuell das dritte und somit letzte Jahr der Junior High School besuchen.

Kritik kommt von allen Seiten

Viele Stimmen fordern, dass der Test abgeschafft wird, und verweisen dabei auf das scheinbar sehr intransparente Bewertungssystem.

Die Noten werden nach einer sechsstufigen Skala verteilt, wobei „A“ die beste und „F“ die schlechteste Note darstellt. Ein „A“ ist im Hinblick auf die Gesamtwertung 20 Punkte wert. Ein „F“ entspricht dagegen null Punkten. Bewertet werden zum Beispiel die Grammatik und die Aussprache.

Das Problem: Es ist nicht klar, wer genau die Tests bewertet und nach welchen Maßstäben die Punkte gegebenenfalls abgezogen werden. Die Bewertung der Tests wird nämlich von den lokalen Mitarbeitenden eines mit Benesse verbundenen Unternehmens auf den Philippinen vorgenommen.

Es wurde auch eine Petition gestartet, um die Stadtverwaltung aufzufordern, die Einführung des Tests zu stoppen. Bis zum 11. November konnten bereits mehr als 23.000 Unterschriften gesammelt werden. Des Weiteren wurde ein Antrag auf eine Prüfung bei der Kommunalverwaltung eingereicht.

Was passiert im Krankheitsfall?

Wer den Sprachtest aufgrund von Krankheit oder aus anderen Gründen versäumt, erhält trotzdem eine Punktzahl. Diese wird dann berechnet, indem die Ergebnisse der Sprachtests von Studierenden mit demselben Leistungsniveau wie die Englischnote des Abwesenden im Leistungstest ermittelt werden.

Viele kritische Stimmen sind der Ansicht, dass ein solcher Umgang mit Krankheitsfällen die Jugendlichen nur dazu motivieren würde, absichtlich beim Test zu fehlen. Immerhin würden sie dann trotz allem eine „virtuelle Punktzahl“ erhalten.

Noch ist unklar, ob die Stadt ihren Plan durchziehen oder doch noch in letzter Minute zurückrudern und den Test absagen wird.

Aufseiten der Schulbehörde ist man jedenfalls nach wie vor der Ansicht, dass das Bewertungssystem fair und angemessen sei.

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