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Englischkenntnisse von Japanern: Enttäuschende Ergebnisse im nationalen Englischtest

Gemäß Angaben der Japan Times haben nur knapp über ein Drittel aller japanischen Mittel- und Oberschüler die Stufe 3 im nationalen Englischtest EIKEN erreicht. Das belegt eine Studie des Bildungsministeriums aus dem Jahr 2016. Für die japanische Regierung dürfte dieses Ergebnis eine bittere Enttäuschung sein.

Was ist der EIKEN-Test?

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Der EIKEN-Test (Jitsuyô Eigo Ginô Kentei – Test in Practical English Proficiency) ist der in Japan am weitesten verbreitete Test für Englischkenntnisse. Im Rahmen des EIKEN werden die Sprach-, Hör-, Schreib und Lesekenntnisse von Teilnehmern abgefragt und in einem 7-Stufen System evaluiert. Für Stufe 5 – das niedrigste Niveau – müssen Teilnehmer einfache und grundlegende Wörter und Sätze verstehen. Absolventen der Stufe 3 müssen in der Lage sein, grundsätzliche Informationen über sich selbst und ihre Familie kommunizieren zu können. Darüber hinaus müssen ihre Sprachkenntnisse dafür ausreichen, sich über alltägliche Themen austauschen zu können.

Studie des Bildungsministerium belegt: Englischkenntnisse liegen weit unter Erwartung der Regierung

Angesichts der bevorstehenden Olympischen Spiele 2020 und dem stetigen Zuwachs an ausländischen Besuchern hat sich die japanische Regierung zum Ziel gesetzt, dass bis Ende 2017 ca. 50% aller Mittel- und Oberschüler mindestens Niveau 3 oder höher erreichen. Laut der Ergebnisse der jüngsten Studie des japanischen Bildungsministeriums rückt dieses Ziel allerdings in weite Ferne.

Nur 36,1% der Mittel- und Oberschüler haben Stufe 3 oder höher erreicht. Gemäß der Japan Times sind das sogar 0,5% weniger als im Vorjahr. Für die Studie wurden die Ergebnisse von 12,850 Mittel- und Oberschülern untersucht.

Warum tun sich Japaner so schwer mit der englischen Sprache?

Im Gespräch mit der Japan Times betont Kensaku Yoshida, Direktor für Sprachausbildung und Forschung an der Sophia Universität, dass eine Abkehr vom grammatikorientierten Unterricht entscheidend sei, um die Englischausbildung an den Schulen zu verbessern. Tatsächlich beherrscht ein Großteil der Bevölkerung Englisch meist besser auf dem Papier. Viele sind sogar imstande, komplizierte grammatikalische Konstruktionen zu meistern, aber bekommen im direkten Gespräch kaum einen zusammenhängenden Satz zustande. Das liegt mitunter daran, dass sich viele Japaner schlicht und einfach nicht trauen, ihre Englischkenntnisse anzuwenden. Zu groß ist die Angst, einen Fehler zu machen und dadurch einen schlechten Eindruck beim Gegenüber zu vermitteln.

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Nicht nur die Regierung, sondern auch viele Unternehmen haben erkannt, dass es dringend von Nöten ist, die Englischkenntnisse der Bevölkerung grundlegend zu verbessern, um global mithalten zu können. So haben u. a. der größte Online-Händler Rakuten, die Bekleidungskette Uniqlo und andere große Konzerne den Versuch gewagt, ihre Mitarbeiter besser zu schulen und Englisch – zumindest zum Teil – als Unternehmenssprache einzuführen.

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