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Entführungen durch Nordkorea – Japan hofft auf Hilfe aus den USA

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe will Mitte des Monats mit US-Präsident Donald Trump über die Entführungen japanischer Staatsbürger durch Nordkorea sprechen. Japan erhofft sich von den USA, dass diese bei ihrem Gipfeltreffen mit Nordkorea Druck auf das Regime ausüben.

Laut Angaben der Nachrichtenagentur NHK World sagte Abe am Montag, dass er zwischen dem 17. und dem 20. April den Bundesstaat Florida besuchen wolle, um mit US-Präsident Donald Trump über die weitere Vorgehensweise mit dem nordkoreanischen Regime zu sprechen.

Dabei soll es unter anderem um die angekündigten Strafzölle, sowie um das umstrittene Raketen- und Atomprogramm Nordkoreas gehen. Abe betonte vor diesem Hintergrund die Notwendigkeit, maximalen Druck auf Nordkorea auszuüben, um die atomare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel voranzubringen.

Zu den obersten Prioritäten Japans gehöre aber auch die Frage um die Entführungen japanischer Staatsbürger durch Nordkorea vor rund 40 Jahren. Abe ließ vor diesem Hintergrund verlauten, dass er Trump darum bitten werde, auch dieses Thema mit der nordkoreanischen Regierung zu verhandeln.

Die systematische Verschleppung japanischer Bürger durch Nordkorea

In den 1970er und 80er Jahren entführten nordkoreanische Agenten zahlreiche Japaner und missbrauchten diese zu Spionagezwecken. Das Regime in Pjöngjang gab 2002 erstmals zu, insgesamt 13 Personen entführt zu haben. Nach japanischen Medienangaben dürfte die Dunkelziffer der Entführten weit höher liegen. Bisher konnten 5 der Verschleppten in ihre Heimat zurückkehren. Laut nordkoreanischen Angaben seien die übrigen acht verstorben, darunter auch Megumi Yokota, das jüngste und bekannteste Entführungsopfer. Dessen Eltern appellierten in der Vergangenheit mehrmals an Regierung und Öffentlichkeit, ihre Tochter zu retten.

Wie schon seine Vorgänger George W. Bush und Barack Obama, traf sich auch US-Präsident Donald Trump auf seiner Asienreise mit den Familien der Entführungsopfer und appellierte an Nordkorea, die Entführten in ihre Heimat zurückzuschicken. Ministerpräsident Shinzo Abe erklärte in den letzten Jahren mehrmals, dass er das Schicksal der verschleppten Japaner als Angelegenheit oberster Priorität sehe. Dabei beteuerte das Staatsoberhaupt, dass er „nicht ruhen werde, bis er alle Verschleppten zurückgeholt habe“.

Für die Familien der Opfer sind die Bemühungen in dieser Frage ein Wettlauf gegen die Zeit. Laut Shigeo Iizuka, dem älteren Bruder von Yaeko Taguchi, die 1978 im Alter von 22 Jahren verschwand, bleibe den alternden Angehörigen nicht mehr viel Zeit. Umso wichtiger sei es, endlich konkrete Ergebnisse und Maßnahmen einzuleiten.

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