Entführungsproblematik: Japan plant Verbindungsbüro in Nordkorea

Seit vielen Jahren kämpft Japan um eine Lösung in der Entführungsproblematik japanischer Staatsbürger nach Nordkorea. Diese wurden in den 1970er und 1980er Jahren entführt. Doch Nordkorea verneint die Problematik.

Nun scheint es neue Anhaltspunkte in dieser Angelegenheit zu geben. Scheinbar plant Japan, ein Verbindungsbüro in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang einzurichten, um Lösungswege für dieses Problem zu erarbeiten. Die räumliche Nähe zur nordkoreanischen Führung soll so die Gespräche unterstützen.

Die sichere Rückführung der Entführten hat hohe Priorität. Dennoch bleiben Zweifel, ob eine vollständige Rückholung aller Entführten möglich ist. Als Reaktion auf die fehlende Anerkennung dieser Problematik durch Nordkorea geht Japan nun einen weiteren diplomatischen Schritt und sagt nordkoreanischen Athleten die Einreise in das Land anlässlich der Olympischen Spiele 2020 zu. Nordkorea wiederum beruft sich auf die Leiden und Schäden, die sein Volk während Japans Kolonialherrschaft von 1910 bis 1945 erlitten hat und weigert sich, auf Japan zuzugehen.

Mit der Idee eines Verbindungsbüros in Pjöngjang versucht Japan nun, eine Grundlage für einen Japan-Nordkorea-Gipfel zu legen. Premierminister Shinzo Abe hofft auf gute bilaterale Gespräche mit dem nordkoreanischen Führer Kim, um in der Entführungsproblematik zu einer Einigung zu kommen. Bereits 2014 trafen beide Nationen eine Vereinbarung darüber, dass japanische Beamte in Nordkorea bleiben, um den Fortschritt der Untersuchung Pjöngjangs in der Frage der Entführung zu überprüfen.

Doch trotz der einst erzielten Einigung über die Nachverfolgung der Schicksale aller Entführungsopfer kündigte Nordkorea das Abkommen 2016 wieder auf. Nach Angaben Japans sind vor mehr als 40 Jahren 17 Staatsbürger von nordkoreanischen Agenten entführt worden. Fünf der 17 wurden 2002 nach Japan zurückgeholt. Die Familien der restlichen, noch entführten Opfer zeigen sich weiterhin besorgt. Einer der bisher ungelösten Fälle ist der Verbleib der damals 13-jährigen Megumi Yokota.

Megumi Yokota, 13; Entführungsopfer Nordkorea 1977
Bild: Entführungsopfer Megumi Yokota; Kyodo News

Quelle: Kyodo News

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