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Erde soll wieder Landwirtschaft ermöglichen

Erde von den Dekontaminationsarbeiten in Fukushima wird als Ackerland wiederverwendet

Bei den Dekontaminationsarbeiten in Fukushima nach der nuklearen Katastrophe 2011 hat sich eine Menge Abfall angesammelt, der für die Regierung ein Problem ist. Ein neues Projekt soll helfen, abgetragene Erde aus dem Gebiet als Ackerland wiederzuverwenden.

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In dem Dorf Iitate in Fukushima wurde das neue Projekt gestartet. Die Gemeinde liegt nur 30 Kilometer von dem zerstörten Kernkraftwerk entfernt. Erst 2017 wurde der Evakuierungsbefehl aufgehoben, außer für den Bezirk Nagadoro, der als schwer zurückzugewinnende Zone gilt. Das bedeutet, dass die Strahlung weiterhin zu hoch für eine dauerhafte Besiedlung ist und der Öffentlichkeit wird der Zugang verweigert.

Abgetragene Erde aus Fukushima wird zu Ackerland

In Nagadoro befindet sich nun jedoch eine Recyclinganlage, welche die dekontaminierte Erde von Fremdkörpern wie Steinen befreit. Ende März wird die Anlage offiziell gestartet und es sollen 430.000 Tonnen gefiltert werden, die für 34 Hektar Land geplant sind.

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Da das Gelände früher ein Reisfeld war, ist es eine gute Grundlage zur Umwandlung in Ackerland. Bereits im April sollen die Rückgewinnungsarbeiten von landwirtschaftlichen Flächen beginnen. Auch wenn es dabei das erste größere Projekt ist, wird schon lange in dem Dorf zu der Erde geforscht.

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2018 führte das Umweltministerium Tests zum Ackerland aus der Erde durch. Gemüse und Blumen wurde auf einen Hügel gepflanzt, der einen Strahlenwert von 5.000 Becquerel pro Kilogramm oder weniger hatte. Das ist der Maximalwert, der laut Ministerium noch sicher ist. Zusätzlich wurden die Pflanzen noch mit einer 50 Zentimeter dicken Schicht aus normaler Erde bedeckt.

Gemüse ist ungefährlich

Mais, Rüben und Kirschtomaten, die 2020 geerntet wurden, hatten eine Strahlenbelastung zwischen 0,1 und 2,3 Becquerel pro Kilogramm. Sie lagen damit deutlich unter dem Grenzwert von 100 Becquerel pro Kilogramm.

Auch mit keiner zusätzlichen sauberen Erdschicht blieben die Pflanzen ungefährlich, was dazu führte, dass nun das große Projekt gestartet wurde. Es ist geplant, dass das Land wieder an die Stadt geht und die Ernte soll zu einem noch nicht bekannten Zeitpunkt kommerziell verkauft werden. Zurzeit muss die Ernte komplett vernichtet werden.

Obwohl das Projekt vielversprechend ist, fragen sich viele, warum ausgerechnet der noch gesperrte Bezirk dafür ausgewählt wurde. In den Zonen werden generell Wiederaufbau- und Revitalisierungsbasen eingerichtet, die intensive Dekontaminationsarbeiten durchführen. So soll Nagadoro 2023 wieder bewohnbar sein.

Bewohner sind hoffnungsvoll

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Tatsächlich wurde die Wiederverwendung der Erde 2017 von einem Mitarbeiter der Nationalregierung vorgeschlagen. Die Bevölkerung war mehrheitlich für den Plan, in der Hoffnung bald das ganze Dorf wieder bewohnen zu dürfen.

Zu Beginn gab es nur eine kleine Wiederaufbaubasis von zwei bis drei Hektar. Dank der erfolgreichen Tests wurde die Fläche jedoch auf 1,9 Quadratkilometer ausgeweitet, was bei 10,8 Quadratkilometern Gesamtfläche ein großer Fortschritt ist. Die Regierung streitet ab, dass das Projekt zur Vergrößerung geführt hat. Die Einwohner glauben das jedoch nicht.

Sie erwarten selbst viel von den versprochenen Ackerland. Vor der Katastrophe lebten 280 Menschen in der Gemeinde, die nicht alleine von der Landwirtschaft leben konnten. Nach der Katastrophe wurde den Farmern gesagt, dass nach der Dekontaminierung die Erde im Prinzip unbrauchbar ist.

Erst 2019 wurde angefangen wieder Milchkühe zu züchten und die Wirtschaft erholte sich nur sehr langsam. Sie konnten deswegen gar nicht anders, als das Projekt anzunehmen. Umso erfreuter ist man nach zehn Jahren, dass die Stadt allmählich zum alten Glanz zurückkehrt.

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